Wie du in 4 einfachen Schritten Hypnobirthing lernst!

Du hast schon einen Hypnobirthing-Kurs besucht und dir ist aber noch immer nicht klar, wie du auf Knopfdruck in eine hypnotische Entspannung gehst? Vielleicht hast du auch eines der tollen Hypnobirthing-Videos auf YouTube gesehen und möchtest gerne Hypnose bei deiner Geburt nutzen? Dir ist aber ein Kurs zu teuer und alleine mit einem Buch tust du dich schwer?

 

Hypnobirthing lernen ist einfach!

Sich selbst mittels Hypnose in einen tiefen und entspannten Zustand zu versetzen ist gar nicht schwer! Diesen entspannten und gelösten Zustand kannst Du wunderbar dazu verwenden, um Dich auf die Geburt Deines Babys vorzubereiten.

Selbsthypnose ist eine Fähigkeit, die die meisten von uns von Natur aus beherrschen und erlernen können. Auch Du!

So wie Du als Kind gelernt hast einen Ball zu werfen und zu fangen oder auf ein Fahrrad zu steigen und loszufahren. Und vermutlich hast Du das Fahrradfahren nicht sofort heraußen gehabt, sondern hast in kleinen Etappen Fortschritte gemacht. Und dazu hast Du geübt. Und so ist es auch wenn Du Selbsthypnose lernen möchtest. Übung macht den Meister!

Die richtigen Zutaten für ein Gelingen sind eine klare Anleitung, die nötige Motivation und das regelmäßige Üben.

 

Du bist ja schon Experte für Selbsthypnose!

Das glaubst du mir nicht? Ich zeig es dir!

Sicher kennst du diese Faszination und Versunkenheit, wenn du ein besonders tolles Buch liest oder du dir einen Film ansiehst, der dich besonders einfängt. Du bist dann in diesen Momenten so „abgelenkt“, dass du die äußere Welt rund um dich herum ausblendest. Und du bemerkst nicht, wenn dich jemand anspricht und etwas von dir möchte.

Das sind Trancezuständen in die du wie von selbst hineingleitest. Du richtest einfach deine Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Fokus oder Tätigkeit. Und dabei passiert es dann früher oder später, dass du dich mit deinen Sinnen nach innen richtest, weg von der äußeren Realität.

Andere Beispiele für alltägliche Trance-Erfahrungen sind Yoga, Meditation, Laufen, Wandern, ins „Nirgendwo“ schauen oder in Gedanken versunken Auto fahren.

Und nachdem Du diesen Zustand ja schon gut kennst, brauchst du jetzt nur noch die entsprechende Anleitung!

 

Wieviel Zeit investierst du?

Täglich 10-15 Minuten, möglichst zu festen Zeiten. Später reduziert sich die Zeit durch das Training von alleine auf drei bis fünf Minuten. Du kannst auch mit Hypnose- bzw. Trancereisen arbeiten mit deren Hilfe du angeleitet wirst.

 

Welcher Ort ist geeignet?

Zu Beginn suche dir einen ruhigen, störungsfreien und gemütlichen Platz. Später kannst und sollst du deine Selbsthypnose dann auch an anderen Orten und in anderen Situationen üben (z.B. in der Warteschlange an der Kasse, in der Straßenbahn oder in der Natur). Störungen kannst du dann schon automatisch ausblenden.

 

Ein Ritual?

Jeder Einstieg in eine Trance ist ein Ritual. Du kannst dir dein persönliches Ritual gestalten. Vielleicht magst du es gerne in eine Kerze zu schauen oder du betrachtest gerne ein bestimmtes Bild. Zur Vorbereitung auf die Geburt würde sich sehr gut das Bild einer geöffneten Rose oder Seerose eignen. Vielleicht magst du gerne angenehme Düfte. Du kannst dir ein besonderes Duftöl aussuchen, das du besonders magst.

Das kannst du dann gerne jedes Mal benutzen, wenn du deine Entspannungsübungen machst.

 

Welche Körperhaltung nimmst du ein?

Such dir einen Platz an dem du bequem sitzen kannst und idealerweise auch deine Arme und dein Kopf gestützt sind. Bei Erschöpfungszuständen oder wenn gewünscht kannst du auch liegen.

 

 

Schritt 1: Einstieg in die hypnotische Trance

Mach es dir im Sitzen gemütlich mit der Absicht gleich in Trance und Entspannung zu gehen. Mit der Intention für einen Zeitraum von x Minuten in Trance zu gehen. Diese Absicht teile deinem Unterbewusstsein mit.

Dann suche dir einen Punkt oder einen Gegenstand vor dir aus und fixiere diesen. Nimm die Empfindungen in deinen Augen wahr so wie sie sich im Laufe der nächsten Minuten verändern.

Und dann kannst du deine Augen früher oder ein wenig später schließen. Wenn es dir angenehm ist, dann kannst du deine Augen auch von Beginn an schließen.

Dann wende für einige Atemzüge die Technik der Entspannung-Atmung an.

Nun formulierst du in Gedanken jeweils nacheinander vier Wahrnehmungen die du jeweils hören, sehen und fühlen kannst. Im nächsten Durchgang sind es dann jeweils 3 Wahrnehmungen, dann jeweils 2 und schlussendlich jeweils 1 Wahrnehmung.

 

Sehen:

Ich sehe den Punkt an der Decke,

ich sehe den Fußboden

ich sehe meine Hose

ich sehe…..

 

Hören:

Ich höre meinen eigenen Atem

Ich höre die vorbeifahrenden Autos

Ich höre…

Ich höre…

 

Spüren:

ich spüre die Temperatur der Luft an meinem Gesicht

ich spüre wie sich mein Brustkorb hebt und senkt

ich spüre die Kleidung auf meiner Haut aufliegen

ich spüre meinen Puls irgendwo in meinem Körper

 

3 mal: Ich sehe…

3 mal: Ich höre…

3 mal: Ich spüre…
2 mal: Ich sehe…

2 mal: Ich höre…

2 mal: Ich spüre…

 

1 mal: Ich sehe…

1 mal: Ich höre…

1 mal: Ich spüre…

 

Das mag dir auf den ersten Blick mal komisch vorkommen. Probiere es einfach aus. Und wiederhole die Übung einige Male. Vielleicht brauchst du ein bisschen Zeit, um den Ablauf zu verinnerlichen. Du kannst natürlich in jedem Durchgang die Wahrnehmungen wiederholen. Wenn du beispielsweise ständig nur Autos auf der Straße hörst und sonst nichts, dann wieder einfach bei jedem Durchgang “Ich höre die Autos auf der Straße.”
Durch das schrittweise Fokussieren auf deine Sinneswahrnehmungen richtest du deine Aufmerksamkeit weg vom Tagesgeschehen und deinem Alltag, deine Gedanken beruhigen sich und du gehst automatisch in einen hypnotischen Trancezustand.

 

Schritt 2: Vertiefung der Trance

Um den Entspannungszustand zu vertiefen kannst du dann von 1 bis 10 zählen oder dir eine Treppe vorstellen, die Du hinuntergehst. Solltest du dich bei der Vorstellung eine Treppe nach unten zu gehen unwohl fühlen, so stelle dir eine Treppe vor die nach oben führt.

Bei dem Ausatmen kannst du dir selbst sagen „Ich lasse los….ich entspanne mich….ich gehe tiefer….“ Oder irgendeine andere Formulierung, die dir in den Sinn kommt und für dich passt.

 

Schritt 3: Trancearbeit

An den Einleitungsteil- und Vertiefungsteil schließt sich dann meist der Teil an, in dem Raum für Veränderungsarbeit ist.

Eine Möglichkeit ist es den eigenen inneren Ort der Sicherheit und Geborgenheit aufzusuchen oder sich selbst eine vorher festgelegte Suggestionen zu geben. Eine Eigensuggestion kann z.B. sein „Ich bin voller Frieden und Ruhe und freue mich auf die Geburt meines Kindes.“ Idealerweise lässt du gleichzeitig ein Bild entstehen (vollendete Geburt/Ankunft des Kindes) und lässt auch die übrigen Sinneskanäle einfließen (Hören, Spüren, Schmecken, Riechen).

Eine weitere Suggestion kann z.B. sein: „Mit jeder Selbsthypnose gelingt es mir immer schneller in Trance zu gehen und ich gehe mit jedem Mal tiefer und tiefer.“

Du kannst aber diesen herrlichen Zustand tiefer Entspannung und Losgelöstheit einfach nur genießen.

 

Schritt 4: Ausstieg aus der Trance

Um die Trance zu beenden zähle einfach von zehn bis nach eins zurück und öffne mit der Botschaft „Frisch und klar zurück im Hier und Jetzt, mit einem Lächeln auf dem Gesicht.“ die Augen und strecke und recke dich.

 

 

Fazit

Hypnobirthing ist einfach zu erlernen.

Mit dieser Anleitung lernst du schnell und in wenigen Schritten Selbsthypnose und kannst diese dann zur Geburtsvorbereitung anwenden. Andere Anwendungsmöglichkeiten sind: Förderung der Entspannung bei unerfülltem Kinderwunsch, Stressreduktion in allen Lebenslagen und bei medizinischen Themen.
Ich bin neugierig.

Wie geht es dir damit, dich selbst in einen hypnotischen Entspannungszustand zu bringen?

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