Die einzige Hypnobirthing-Atemtechnik, die du für deine Geburt brauchst!

Es schwirren viele unterschiedliche Hypnobirthing – Atemtechniken herum. Da gibt es die Schlafatmung, die Wellenatmung, die Geburtsatmung, die Farbatmung, die Kronenatmung, die Ruheatmung, die J-Atmung – STOP!

Hast du schon einen Knoten im Kopf? Kann ich verstehen.

Im Laufe der letzten Jahre sind einige verschiedene Hypnobirthing-Konzepte und Bücher auf den Markt gekommen. Vielen ist gleich, dass sie zwei oder gar drei Arten der Atemtechnik vermitteln.

 

Oft wurde mir von Klientinnen die Frage gestellt: “Welche Atmung soll ich schnell noch mal wann genau einsetzen? Ich komme ganz durcheinander.”

Das hat mich ins Grübeln gebracht. Ich machte mich auf die Suche danach, die Dinge zu vereinfachen. Ich habe daraufhin ein eigenes Konzept zur Geburtsvorbereitung mit Hypnose entwickelt. So zeige ich meinen Klientinnen mittlerweile eine einzige Hypnobirthing-Atemtechnik für die Geburt.

Eine. Leicht zu üben. Leicht zu merken!

 

Getauft habe ich diese “Entspannungs-Atmung”. Warum? Ganz einfach. Weil sie dich ganz automatisch und wie auf Knopfdruck in eine wohltuende und angenehme Entspannung bringt.

Und deswegen wird das ein kurzer Blogartikel. Es ist nämlich so einfach. Das mit der Atmung.

 

Auf´s Ausatmen kommt es an!

Bei der Entspannungs-Atmung legst du deine Aufmerksamkeit vor allem auf die Ausatmung.

Eine verlängerte Ausatmung bewirkt, dass der Teil deines Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist, aktiviert wird (Parasympathikus) . Gleichzeitig wird der aktivierende Teil runtergefahren (Sympathikus) . Die beiden kannst du dir vorstellen, wie das Gas- und Bremspedal bei deinem Auto. Das Ganze geschieht über den Vagusnerv, der mit deinem Zwerchfell verbunden ist und so den Befehl an dein Gehirn leitet: “Entspanne!”

Dies bewirkt, dass sich dein autonomes Nervensystem reguliert und sich eine angenehme Entspannung wie von selbst einstellt.

 

So geht’s. Mach gleich mit!

Du beginnst die Entspannungs-Atmung ganz einfach damit, indem du deiner Atmung einfach mal für einige Atemzüge Aufmerksamkeit schenkst und einfach beobachtest und wahrnimmst. Einfach so, ganz ohne etwas ändern zu wollen oder zu beeinflussen. Dieses Beobachten Deines Atems, wie er kommt und geht, führt schon dazu, dass sich deine Gedanken beruhigen und sich dein Körper auf Entspannung und Wohlgefühl einstellen.

 

Einatmen und bis 3 zählen – Ausatmen und bis 6 zählen

 

Und dann kannst Du dazu übergehen, deine Aufmerksamkeit einmal auf die Ausatmung zu lenken. Beginne mit dem Einatmen, atme tief in den Bauch ein und zähle dabei in einem angenehmen Tempo bis 3.

Dann atmest du aus und zählst dabei bis Sechs. Nach der Ausatmung entsteht wie von selbst ein kurzer Moment der Pause. Und beginne dann den Atemzyklus von Neuem. Ganz einfach und wie von selbst. Die Geschwindigkeit des Zählens passt du einfach an dich an. Wenn du merkst, dass du beginnst nach Luft zu schnappen, dann zähl’ einfach eine Spur schneller.

Für manche ist das Zählen bei der Entspannungs-Atmung gut passend und bietet Orientierung und Halt. Solltest du merken, dass dich das Zählen in irgendeiner Form stresst, dann lass es einfach weg. Achte trotzdem darauf, dass das Ausatmen länger als das Einatmen ist.

Atme durch die Nase ein. Dies verhindert, dass dein Mund und Hals trocken wird. Ausatmen kannst du sowohl durch die Nase als auch durch den Mund. Probiere es einfach aus. Was fühlt sich angenehmer an?

Übrigens ist es völlig unwichtig, ob du eine 3-6 Atmung machst oder eine 4-8 Atmung. Der Knackpunkt ist der, dass du länger ausatmest als einatmest. So wird automatisch dein Entspannungsmodus aktiviert.

 

Noch etwas: Du brauchst dich auch nicht akribisch daran halten, dass du exakt doppelt so lange ausatmest. Hauptsache deutlich länger als einatmen.

Falls du magst, kannst du den Entspannungseffekt verstärken, wenn du ein Wort wie „Stille“, „Freude“ oder „Entspannung“ beim Ausatmen in Gedanken wiederholst. Du kannst natürlich auch ein anderes, für dich passendes Wort dabei benutzen.

Ach ja: Wundere dich bitte nicht, wenn es dir zu Beginn schwer fällt so zu atmen oder du es als anstrengend empfindest. Zum einen ist Atem-Arbeit einfach Übungssache und zum anderen kann es ungewohnt sein länger auszuatmen als einzuatmen.

 

Wann setzt du die Atemtechnik genau ein?

Diese Frage hast du dir schon gestellt?

Ganz einfach: In der Eröffnungsphase beginnst du mit der Entspannung-Atmung, wenn du bemerkst dass die Kontraktion beginnt. Setze die Atmung auf diese Weise die gesamte Kontraktionsdauer durch ein. In den Pausen brauchst du auf nichts Spezielles achten. Einfach so entspannt und ruhig wie möglich atmen.

 

Die richtige Atemtechnik für die Austrittsphase

Ich schreibe bewusst Austrittsphase. Ich mag das Wort “Austreibungsphase” nämlich nicht.

Ich werde oft gefragt: “Tanja, wie soll ich bloß zum Schluss bei den Presswehen atmen?”

Meine Antwort ist ziemlich einfach: Schalte deinen Kopf ab und lass’ deinen Körper die Führung übernehmen. Der weiß genau, was zu tun ist.

Das kann ein lautes Herausbrüllen sein oder ein sanftes Hinausatmen sein. Alles ist ok!

Meine Kollegin Olivia von Hebammenwissen.info hat einen ausführlichen und gut recherchierten Artikel geschrieben, der gut dazu passt: Die Austrittsphase: angeleitetes vs. instinktives Pressen bei der Geburt

 

Im Duett mit deiner Geburtsbegleitung – Zusammen trainieren!

Zur Vorbereitung auf die Geburt empfehle ich dir, dass du deinem/deiner GeburtspartnerIn die Entspannungs-Atmung zeigst und ihr gemeinsam übt. Du fragst dich warum?

Erstens kann er/sie sich selbst während der Geburt in einen entspannten Zustand bringen und sich was Gutes tun und zweitens kann er/sie dich immer wieder zur Atmung zurückführen. Für den Fall, dass du aus dem Rhythmus kommen solltest..

 

Wo wir gerade vom Üben sprechen: Ideal ist es, wenn du die Entspannungs-Atmung täglich trainierst. Entweder als eine Einstiegstechnik in eine hypnotische Trance oder zwischendurch, um Entspannung und Ausgeglichenheit zu genießen oder eine stressige Situation gut zu meistern.

Durch das tägliche Üben entwickelt sich ein konditionierter Reflex. Du bemerkst nach einer Zeit des Übens, dass du die Entspannungs-Atmung ganz automatisch verwendest!

 

Fazit

Es gibt viele verschiedene Atemtechniken, die dir bei der Geburt helfen. Probiere herum und such dir diejenige aus, die dir am meisten zusagt und über diese täglich. Wenn du Lust auf maximale Entspannung hast, dann verwende die Entspannungs-Atmung da durch die längere Ausatmung dein Nervensystem automatisch in den Relax-Modus schaltet.

Damit du dich mit dem Üben der Entspannungs-Atmung leichter tust, lade dir die Anleitung einfach zum Ausdrucken runter!

 

Und nun bin ich neugierig:

Wie sind Deine Erfahrungen mit dem Atmen unter der Geburt?

Kennst Du eine Atemtechnik, die Dir gut geholfen hat?

Was möchtest Du noch wissen?

Schreibe einen Kommentar! Ich freu mich!

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