Geburtsvorbereitungskurs – Brauchst du einen?

Du bist schwanger?

Es ist dein erstes Kind? Oder dein zweites, drittes, viertes….?

Du möchtest dich “gut” auf die Geburt vorbereiten. Einfach gewappnet sein?

Zwangsläufig wird dir der Gedanke an Geburtsvorbereitung und einen Geburtsvorbereitungskurs kommen.

Noch bist du dir aber unsicher, ob es sinnvoll ist? Ob du einen Geburtsvorbereitungskurs “brauchst”?

Neulich hatte ich eine Klientin in der Beratung. Sie war gerade in der 20. Schwangerschaftswoche mit ihrem ersten Kind und wollte gerne einen Fahrplan für die kommende Zeit haben. Sie war neugierig welche Themen als Nächstes anstehen und worauf sie achten sollte. Da kam auch die Frage nach der Geburtsvorbereitung auf:

Soll sie Geburtsvorbereitung machen?

Wenn ja, welche Art?

Welchen Geburtsvorbereitungskurs?

Vielleicht stehst du auch gerade vor der Entscheidung? Diese Fragen können dir dabei helfen:

 

1. Was sind deine Erwartungen an Geburtsvorbereitung?

Mit welchem Ziel machst du einen Geburtsvorbereitungskurs? Was ist dein Warum? Welche Erfahrungen möchtest du am Ende des Kurses gemacht haben?

Beantworte diese Fragen vor der Entscheidung, ob du Geburtsvorbereitung machst und wenn ja, welche Art von Kurs. So kannst du die passende Art der Vorbereitung finden. Du gehst dann hinterher zufrieden aus dem Kurs hinaus. Nichts ist blöder als Zeit und Geld in Geburtsvorbereitung zu investieren und danach zu merken, dass es dir nichts bis wenig gebracht hat.

2. Welche Inhalte wünschst du dir?

Wenn du mit der vorigen Frage Klarheit in deine Wünsche und Vorstellungen gebracht hast, so kannst du jetzt überlegen, welche Inhalte für dich wichtig sind. Mit dieser Erkenntnis, suchst du dir die Kursart aus und sprichst dann mit der Kursleiterin über deine Vorstellungen. Es ist eine gute Idee, deine Wünsche und Vorstellung schon bei der Buchung des Kurses zu besprechen. So kannst du abklopfen, ob das Angebot zu dir passt und du gibst der Vortragenden Gelegenheit die Inhalte darauf abzustimmen.

3. Das erste Baby? Oder bist du bereits Profi?

Egal, ob es dein erstes Kind ist oder nicht – Geburtsvorbereitung macht in jeder Schwangerschaft Sinn. In der Schwangerschaft mit dem ersten Kind geht es hauptsächlich um die Vorbereitung auf diese vollkommen neue Erfahrung und die Beantwortung der vielen Fragen, die im Kopf umherschwirren.

Wenn du bereits ein oder mehrere Kinder hast, so ist ein Geburtsvorbereitungskurs eine Möglichkeit dein Wissen aufzufrischen, dich erneut einzustimmen und exklusiv Zeit mit deinem Baby im Bauch zu verbringen.

4. Welche Art der Geburtsvorbereitungskurse gibt es?

Du kannst aus unterschiedlichen Kursen wählen und finden, was du brauchst:

  • Klassischer Geburtsvorbereitungskurs
  • Yoga für Schwangere
  • Schwangerschafts-Gymnastik
  • Mentale Geburtsvorbereitung (Positive Birth, Hypnobirthing, Hypnomentale Geburtsvorbereitung, Mindfulness,…)
  • Stillvorbereitungskurs

5. Gruppenkurs, Einzelvorbereitung oder ein Online-Kurs?

Das hängt wieder ganz von deinen Wünschen und auch deiner Lebenssituation ab. Bist du zeitlich und örtlich nicht flexibel, so kommt ein Online-Geburtsvorbereitungskurs für dich in Frage.

Häh? Online? Ein Geburtsvorbereitungskurs?

Ich finde diese Konzept sehr spannend und sehe einige Vorteile:

Du bist zeitlich und örtlich unabhängig und kannst die Inhalte in deinem Tempo durcharbeiten. Meine Kollegin Olivia von Hebammenwissen arbeitet hier gerade fleißig an ihrem Online-Geburtsvorbereitungskurs.

Wenn du zeitlich eingeschränkt bist, weil du z.B. beruflich eingespannt bist, macht eine Einzel-Geburtsvorbereitung Sinn. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass deine Hebamme bzw. Kursleiterin ganz gezielt auf deine Bedürfnisse (Ängste oder schwierige Geburtserlebnisse) eingehen kann und dir eine maßgeschneiderte Vorbereitung bietet.

Ein Gruppenkurs wiederum ist eine Gelegenheit, sich mit anderen Schwangeren auszutauschen und vernetzen.

6. Wann ist der beste Zeitpunkt, um loszulegen?

Die perfekte Zeit zum Starten gibt es nicht. Mit klassischen Geburtsvorbereitungskursen beginnt man meistens um die 30. SSW herum. Das ist in der Regel genug Zeit, um die wichtigsten Infos zum Geburtsvorgang zu bekommen.

Anders sieht es bei Kursen wie Schwangerschaftsyoga, Schwangerschaftsgymnastik und Kursen mit Schwerpunkt auf mentalem Training (Geburtsvorbereitung mit Hypnose, Hypnobirthing, usw.) aus. Hier ist es absolut sinnvoll so früh, wie es in deinen Alltag passt, zu beginnen. Wenn es um mentale Geburtsvorbereitung geht bringt es dir einen Vorteil, wenn du viel Zeit für das Üben und Umsetzen der Techniken hast. Das gilt auch für Yoga und Schwangerengymnastik. Du profitierst schon früh vor der Geburt von den positiven Effekten.

7. Mit Partner oder solo?

Auch hier gilt: Es gibt kein besser oder schlechter. Es gibt Kurse, die als Partnerkurse geführt werden, Kurse im Kreise der Schwangeren und die Kombination aus Frauenkurs mit einem Partnerteil.

Horch in dich hinein. Was möchtest du als Schwangere? Was möchtet ihr als Paar?

8. Crashkurs oder ein fortlaufender Kurs?

Die liebe Zeit. Davon haben wir alle gefühlt zu wenig oder?

Ein Wochenend- oder Tageskurs bietet dir den Vorteil, dass du deine Zeit geblockt und komprimiert investierst. Vielen Paaren kommt das entgegen. Partner und Ehemänner sind mit ihrer Arbeit eingespannt und können sich einen Abend pro Woche über eine längeren Zeitraum oft schwer freihalten.

Das trifft auch auf das Organisieren eines Babysitters für ein Geschwisterkind zu. Der Vorteil eines fortlaufenden Kurses ist, dass sich die Dynamik innerhalb der Gruppe entwickeln kann und die Teilnehmer zusammengeschweißt werden. In Geburtsvorbereitungskursen entstehen schon mal Freundschaften, die über lange Zeit bestehen.

Wenn du dich mental (Hypnobirthing) auf die Geburt vorbereiten möchtest, ist es auch hier sinnvoll, einen Kurs zu buchen, der dich im Trainingsprozess begleitet.

 

Was bringt dir Geburtsvorbereitung?

Geburtsvorbereitung steigert deine “Selbstwirksamkeit” in Bezug auf die Geburtserfahrung deutlich. Selbstwirksamkeit steht für deine innere Überzeugung, die Geburt und einen guten Start ins Leben mit deinem Baby zu schaffen.

Durch das Wissen darüber, wie der Geburtsprozess optimal verläuft und welche Faktoren dafür wichtig sind, kannst du dich aktiv und informiert an Entscheidungen beteiligen. Frauen, die informierte Entscheidungen rund um Geburt treffen, gehen aus der Geburtserfahrung mit einer größeren Zufriedenheit und einem geringeren Risiko für eine Postpartale Depression und einem Geburtstrauma heraus.

 

Fazit

 

Von mir gibt es ein klares JA zur Geburtsvorbereitung. Ich empfehle dir, dass du dir Gedanken darüber machst, welche Kursart zu deinen Bedürfnissen und Wünschen passt. Und dann: Viel Spaß dabei und eine schöne Einstimmung und Vorbereitung auf deine Geburtsreise!

 

P.S.: Meine Klientin hat sich dafür entschieden einen Yoga-Kurs für Schwangere zu besuchen und mit ihrem Partnern zusammen einen Intensiv-Kurs für Paare zu machen.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit Geburtsvorbereitungskursen?

Was hast dir gefallen? Was nicht?

Bist du noch auf der Suche nach der passenden Geburtsvorbereitung?

Fragen, Wünsche, Beschwerden? In den Kommentaren ist Platz dafür!

 

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