Ungeplanter Kaiserschnitt: Wie Therapie dabei helfen kann, die Geburtserfahrung zu verarbeiten

Ich freue mich, dass ich in diesem Beitrag Andrea von Motherbirthblog bei mir zu Gast habe. Im Rahmen dieses Interviews berichtet sie darüber, wie sie unter anderem mit der Hilfe einer Psychotherapeutin und der Traumatherapie-Methode EMDR ihre erste Geburt (ein ungeplanter Kaiserschnitt) verarbeiten konnte.

EMDR basiert wie Eye Movement Integration EMI  und Brainspotting auf der Wirkung, die Augenbewegungen auf die Verarbeitung belastender Erinnerungen und Themen hat.

Die Erfahrungen, die Andrea bei der traumatischen Geburt ihres ersten Kindes gemacht hat, gab den Impuls für ihren Blog. Andreas‘ Wunsch ist, dass das Thema “Schwierige Geburtserfahrungen” mehr Beachtung findet und dass wir weitere Schritte in Richtung einer positiven Geburtskultur setzen.

 

Wie betrifft dich das Thema Geburtstrauma? Magst du uns ein bisschen dazu berichten?

Die Geburt meines ersten Kindes war für mich eine sehr traumatische Erfahrung, die mich lange belastet hat. Ich habe Gewalt und Bevormundung erleben müssen. Dinge, die ich mir vorher niemals habe ausmalen mögen.

Hätte mir damals jemand erzählt, dass einem im Kreißsaal so etwas passieren kann, ich hätte ihn vermutlich für verrückt erklärt. Reine Fantasie. Frauen erleiden physische und psychische Gewalt unter der Geburt? In Deutschland? Niemals! Ich wurde eines besseren belehrt. Musste es am eigenen Leib erfahren. Ich wurde beschimpft, gedemütigt und massiv unter Druck gesetzt.

Auch körperliche Gewalt gab es. Unter anderem wurde ich am Gebärbett fixiert, als mir brutal der Muttermund “aufmassiert” wurde. Dass man diese Vorgehensweise tatsächlich Massage nennt, finde ich grotesk, nachdem ich weiß, wie es sich anfühlt. Ich habe mich missbraucht gefühlt in dem Moment. Erniedrigt. Als ich vor Schmerzen schrie, wurde mir der Mund zugehalten und ich wurde zurechtgewiesen.

Mein Mann konnte mir nicht helfen. Er wurde zum Kaffeeholen weggeschickt – wohlweislich wie mir heute bewusst ist.

Der Kaiserschnitt mit Narkosevorfall, die Trennung von meinem Sohn, der auf die Kinderintensivstation kam und der vom Krankenhaus her sehr erschwerte Stillstart haben ihr übriges getan, dass ich diese Geburt als ein sehr belastendes Erlebnis empfunden habe.

Pures Glück? Fehlanzeige.
Was mir bis heute fehlt: das Bonding.

 

Welche Emotionen und Gefühle standen nach dem ungeplanten Kaiserschnitt im Vordergrund?

Ich war verunsichert. Mein Selbstwertgefühl – nicht mehr vorhanden. Ich habe gezweifelt – an mir. Wie kann ich eine gute Mutter sein, wenn ich schon bei der Geburt derart gescheitert bin? Was habe ich falsch gemacht, dass ich so behandelt wurde? Ich habe die Schuld bei mir gesucht – wie so viele andere Frauen auch – und bin nicht auf die Idee gekommen, dass ich das Opfer sein könnte.

Angst war das dominierende Gefühl. Vielleicht sogar das einzige, das ich noch wahrnehmen konnte. Das Einzige, was ich noch fühlte. Ich hatte immer Angst etwas falsch zu machen. Wieder. Schon wieder. Es hat mich gelähmt. In allem was ich tat.

Diese tiefgreifende Verunsicherung, die so unglaublich bohrend an meinem Selbstwertgefühl kratzte, machte mir ein normales Leben – wie ich es zuvor hatte – so gut wie unmöglich.

Auch mein Körper war mir irgendwie fremd geworden. Er schien nicht mehr zu mir zu gehören. Oder wollte ich das einfach nur nicht mehr? Er hatte nicht funktioniert. Ich gab ihm Mitschuld an dem, was mir passiert ist. Aber da war noch ein Gefühl: mein Körper widerte mich an. Berührungen waren mir zuwider. Ich ertrug keine Nähe – weder emotionale noch körperliche.

Mir fehlten die Worte, für das, was ich fühlte. Für das, was mir passiert war. Unaussprechlich. Niemand verstand, was wirklich mit mir los war. Ich war nicht mehr ich selbst.

Ich war in meinen Grundfesten zerstört. Wusste weder ein noch aus. Verzweifelt und so unglaublich allein. Einsamkeit und Hilflosigkeit bestimmten meinen Alltag. Ich habe nur noch funktioniert. Genießen konnte ich die Zeit mit meinem Baby nicht.

Das ist so schlimm. Auch jetzt noch. Es tut mir weh, wenn ich das hier schreibe. Mir wurde etwas genommen und niemand kann die Zeit zurückdrehen und es mir zurückgeben.
Im Nachhinein weiß ich: Ich war schwer traumatisiert.

Wie schnell hast du bemerkt, dass „etwas nicht in Ordnung ist“ und in welcher Form hast du dir „Erste Hilfe“ geholt?

Ich habe relativ schnell und klar geäußert, dass ich wohl psychologische Hilfe benötige. Keiner in meinem Umfeld, in meiner Familie, wollte das wahr haben. Wollte darüber sprechen. Wollte meinen Gesprächen zuhören, in denen sich die Gedanken kreisten und doch nie zu einem Ergebnis kamen.
Alle wollten einen Abschluss.

Ich konnte nicht. Also sollte ich schweigen. Auch ein Abschluss. Für die anderen war damit das Thema erledigt. Für mich noch lange nicht. Jetzt kreisten die Gedanken in meinen Kopf. Für die anderen nicht mehr hörbar – für mich umso lauter. Eindringlicher. Unaushaltbar.

Vielleicht passte ich mit meinen „Problemen“ auch einfach nicht in das gesellschaftlich verbreitet Bild, von einer Mutter, die fast automatisch debil lächelnd in ihrer Glückseligkeit aufgeht, sobald sie ein gesundes Kind in den Armen hält.

War ich zu anspruchsvoll? Habe ich zu viel von der Geburt erwartet, zu viel von den Ärzten und Hebammen verlangt? Darf ich mich überhaupt beschweren? Habe ich ein Recht dazu? Viele Fragen gingen mir damals durch den Kopf.

Ich habe natürlich auch mit meiner Nachsorgehebamme gesprochen. Sie war sehr einfühlsam und hat zugehört. Ihr Vorschlag das Bonding mit Hilfe eines Babyheilbades „nachzuholen“ hat mir und meinem Sohn auch noch 6 Wochen nach der Geburt einen Neustart ermöglicht.

Wir haben mehr zueinander gefunden. Es tat so gut, aber gleichzeitig war mir bewusst, dass das nicht reichte. Die seelischen Narben waren zu tief. Es war so viel kaputt gegangen. Ich saß immer noch auf meinem Scherbenhaufen – er war jetzt zwar zusammengekehrt, aber mehr auch nicht.

 

An welchem Punkt wurde dir klar, dass du Begleitung von außen durch eine Therapie brauchst?

Ich habe – auf Empfehlung meiner damaligen Hebamme – insbesondere zum Thema Kaiserschnitt viele Bücher gelesen. Suchte dort Antworten auf all die Fragen, auf all die Trauer in mir. Es half bis zu einem gewissen Punkt, aber da war noch so viel mehr. So viel mehr, an das ich mich nicht allein heran traute. Ich hatte Angst damit die Büchse der Pandora zu öffnen und nicht zu wissen, wie ich mit all meinen Gefühlen umgehen sollte. Ich hatte Angst davor übermannt zu werden.

Ich brauchte Begleitung für diesen Schritt. Ich wollte mich meinen eigenen Gefühlen nicht allein stellen müssen. Ich wollte aufgefangen werden. An die Hand genommen und wahrgenommen werden.

 

Einen Platz für Psychotherapie zu finden ist ja wirklich oft schwierig. Wie ist es dir gelungen bzw. wie war dein Weg dorthin?

Das ist tatsächlich so wie ein Sechser im Lotto. Ich hatte Glück. Unfassbares Glück. Etwa ein halbes Jahr nach der traumatischen Geburt meines Sohnes habe ich mich meinem Schmerztherapeuten anvertraut. Ein herzensguter Mensch, der einer der wenigen Ärzte ist, die ich kenne, der noch Zeit für Gespräche hat. Er hat mir zugehört. Nachgefragt. Verständnis gehabt. Ich habe mich zum ersten Mal ernst genommen gefühlt. Wirklich verstanden.

Er riet mir, mich an eine Kollegin von ihm zu wenden, die mit EMDR arbeitet und ihr unbedingt ausrichten, er hätte mich geschickt. Also habe ich noch am gleichen Abend zum Telefon gegriffen und angerufen. Die Ansage auf dem Anrufbeantworter ernüchterte mich etwas: Auf unabsehbare Zeit nehme ich keine neuen Patienten mehr an. Falls Sie nicht schon bei mir in Behandlung sind, kann ich leider nichts für Sie tun.

WTF!!! dachte ich und habe trotzdem auf den Anrufbeantworter gesprochen. Ihr erzählt, wer sie empfohlen hat, dass ich warten kann und ich unbedingt die Chance bekommen möchte, eine EMDR-Therapie zu machen.

Ich war offensichtlich hartnäckig genug. Nach einer Wartezeit von weiteren 6 Monaten konnte ich erst einmal die Termine nutzen, die spontan von anderen Patienten abgesagt wurden. Noch nichts regelmäßiges, aber ein Anfang. Meinen „festen“ Termin hatte dann nach einem weiteren Jahr. Ich habe lange für diese Therapie kämpfen müssen… Einfach war es mit Sicherheit nicht.

 

Ein Teil deines Therapieprozesses war ja die Anwendung von EMDR. Einer sehr gut erforschten und sehr wirksamen Traumatherapietechnik. Wie läuft das ab und wie war das für dich?

EMDR steht für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, was so viel bedeutet wie: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Hört sich erst einmal sehr hochgestochen und wahnsinnig kompliziert an. Eigentlich ist es aber eine simple und sehr effektive Methode dafür, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Denn jeder Mensch verfügt über eine natürliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung, mit Hilfe derer er belastende Erfahrungen verarbeiten kann. Meine Therapeutin hat mir quasi geholfen, mir selbst zu helfen.

Bevor es zur EMDR-Behandlung kam, hatte ich lange und ausführliche Gespräche mit meiner Therapeuten. Habe viel geweint, viel geredet und verstanden, was genau mein Trauma ausmacht.

Die eigentliche EMDR-Therapie erfolgte immer nach dem gleichen Muster: Ich musste mich gedanklich und emotional in die traumatische Situation hineinbegeben und auf einer Skala von 1-10 bewerten, wie belastend ich die Situation empfinde. Dann sollte ich mit den Augen einem Lichtpunkt folgen, der sich schnell von links nach rechts bewegt – vergleichbar mit dem REM-Schlaf.

Diese Stimulation regte mein Gehirn an damit meine eigenen Selbstheilungskräfte aktiviert und die belastenden Erinnerungen verarbeitet werden können. Meist gab es mehrere kurze Sequenzen mit den Augenbewegungen. Meine Therapeutin hat mich zurückhaltend und achtsam durch meine Erinnerungen und vor allem meine dazugehörigen Emotionen geleitet.

Einige Sitzungen empfand ich emotional als sehr belastend, weil vieles hochkam, von dem ich gar nichts mehr wusste… Andere haben mich endlich klarer sehen lassen. Ich habe wirklich verstanden, woher bestimmte Ängste und Emotionen rührten.

Nach der Behandlung musste ich wieder auf einer Skala von 1-10 angeben, wie belastend ich die Situation jetzt empfinde. Es war immer so, dass die gefühlte emotionale Belastung stark gesunken war. Und das schon nach wenigen Minuten. Ich kann es bis heute eigentlich nicht glauben. Und das hat nicht die Therapeutin geschafft, sondern ich. Mein Kopf. Mein Gehirn. Für mich ein Wunder. Immer noch.

Verschweigen möchte ich an dieser Stelle aber nicht, dass der Kopf auch an den folgenden Tagen weiter „prozessiert“ – wie meine Therapeutin es nannte -. Sie war in der Zeit rund um die Uhr für mich erreichbar. Das gab mir immer ein gutes Gefühl, auch wenn diese Tage „danach“ immer sehr anstrengend für mich und mein Umfeld waren. Ich war noch nicht wieder im Gleichgewicht.

Als Fazit kann ich sagen: für mich die absolut richtige Therapie. Dass ich mir quasi selbst helfen konnte, hat mir gut getan. Mir wieder Selbstvertrauen gegeben. Zudem ist es erstaunlich wie einfach, schnell und effektiv diese Methode wirkt. Der einzige negative Punkt ist für mich, dass ich die Therapie mitunter als extrem anstrengend empfunden habe.

 

Du hast nach deiner traumatischen Geburtserfahrung noch weitere Geburten erleben dürfen. Inwieweit hat deine Vorgeschichte deine Geburtsvorbereitung und Geburtsplanung beeinflusst?

Ich wusste dadurch, dass ich nie wieder so blauäugig, uninformiert und unvorbereitet in eine Geburt hineinstolpern will, wie beim ersten Mal. Dann habe ich im Radio von Hypnobirthing  gehört und wusste sofort: das ist es! Genau so möchte ich mich auf eine weitere Geburt vorbereiten.

Aus meiner Erfahrung reicht es nämlich nicht, sich nur um das richtige Design des Kinderwagens oder um niedliche Babykleidung zu kümmern und die Verantwortung für die Geburt komplett in andere Hände zu legen. Eine intensive mentale Geburtsvorbereitung war für mich der Schlüssel für eine gute Geburtserfahrung.

Ich habe begriffen, dass ich nicht entbunden werden muss, um ein Kind zu bekommen, sondern gebären darf. Dass ich die Verantwortung trage und nicht die Ärzte oder Hebammen. Das ich loslassen darf und trotzdem gleichzeitig die Bestimmerin bin. Dass es meine Geburt ist.

Eine Geburtsplanung hatte ich tatsächlich nicht. Bei meiner VBAC (Vaginal Birth after Cesarean) war mein einziger Wunsch: Bloß nicht so wie letztes Mal!!! Bei der Geburt meines dritten Kindes im letzten Jahr, hatte ich eine Geburts-Vision – keinen Plan. Ich habe mir nichts konkretes vorgenommen und nichts ausgeschlossen.

Ich habe mich darauf konzentriert, wie ich mich bei der Geburt fühlen möchte. Weil es das Gefühl ist, was am Ende in Erinnerung bleibt – nicht der Ort, nicht die Geburtsposition, nicht die perfekte Musik. Ich weiß jetzt für mich, worauf es mir ankommt und das gibt mir eine innere Zufriedenheit.

Danke für das Interview, liebe Andrea!

 

So, wie in Andrea’s Situation, kann es sein, dass eine Mutter, die negativen Erfahrungen, die sie bei einer Geburt gemacht hat nicht vollständig mit den Möglichkeiten aus dem Bereich der Selbsthilfe aufarbeiten kann. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich Hilfe von außen durch eine Therapie zu holen. Leider ist hier jedoch oft ein langer Atem notwendig, um überhaupt einen Therapieplatz zu bekommen und dann idealerweise bei einem(r) TherapeutIn, die sich auf Schwangerschaft und Geburt spezialisiert hat.

 

Hilfreiche Links zur PsychotherapeutInnen-Suche und EMDR

Deutschland
Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung
Pro Psychotherapie e.V.
Psychotherapie Informationsdienst
EMDRIA Deutschland e.V.

Österreich
Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Psychnet Online-Informationssystem für psychologische Dienstleistungen
Psyonline.at
EMDR Netzwerk Österreich

Schweiz
APS Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
FSP Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen
EMDR Schweiz

 

Wie sind eure Erfahrungen mit Therapie im Zusammenhang mit einer schwierigen Geburt? Schreibt mir einen Kommentar!

Affirmationen Schwangerschaft Geburt

Geburtsaffirmationen: Wie starke Worte und Sätze unterstützen können

 

Vielen der Schwangeren, die zu mir in die Geburtsvorbereitung kommen geht es darum, dass sie Werkzeuge und Möglichkeiten an die Hand bekommen, um beispielsweise

  • ganz fokussiert und bei sich zu sein
  • sich zu entspannen und loszulassen
  • sich positiv auf die Geburt einzustimmen
  • ohne Angst bzw. mit weniger Angst während der Schwangeschaft und Geburt zu sein
  • mit den Kontraktionen und den intensiven Körperempfindungen umzugehen
  • offen zu sein dafür, wie die Geburt verläuft und sich die Dinge entwickeln

 

Es gibt dafür wunderbare Techniken und Methode, wie Hypnose und die Arbeit mit inneren Bildern, Visualisierungen, Atemtechniken, Ankertechniken mit denen man quasi auf Knopfdruck gute Zustände und Entspannung abrufen kann.

 

Affirmationen für Schwangerschaft und Geburt

Eine weitere, feine Sache ist die Arbeit mit Affirmationen.

Affirmationen sind einfache, klare und positiv formulierte Sätze oder auch einzelne Wörter. Laut oder leise wiederholt ausgesprochen oder einfach gedacht, dienen sie dazu, dass das Unbewusste mit neuen und positiven Informationen versorgt wird und bildlich gesprochen ein neues Programm auf der „Festplatte“ speicherst.

Bei der Formulierung von Affirmationen gilt es darauf zu achten, dass diese

  • positiv und
  • ohne Verneinungen sind
  • Aussagen und keine Fragen
  • in der Gegenwartsform sind

Eine Beispiel-Affirmation wäre: „Ich freue mich auf die Geburt meines Babys“.

 

Anwendung von Schwangerschafts- und Geburtsaffirmationen

Diese starken und positiven Sätze kann man sehr vielfältig einsetzen. Wie wäre es damit, sich die Affirmationen auszudrucken oder anders kreativ auszugestalten? Um sie dann anschließend in den eigenen vier Wänden an verschiedenen Stellen zu platzieren. Vielleicht an der Kühlschranktür, am Nachtkästchen, Badezimmerspiegel oder an der WC-Tür? Einfach da, wo ihr öfter im Laufe des Tages vorbeikommt und die Aufmerksamkeit für einen Moment auf die Affirmationen lenken könnt.

 

Ihr könnt euch auch ein kleines Ritual gestalten, in dem ihr euch einen gemütlich Platz einrichtet und diesen mit den Affirmationen und anderen hübschen Dingen dekoriert, um sich dann jeden Tage ganz bewusst für einige Zeit auf die Geburt einzustimmen und in Kontakt mit eurem Baby zu gehen.

 

Ihr könnt euch die Affirmationen auch auf euer Smartphone sprechen und diese Aufnahme dann immer wieder anhören. Während der Schwangeschaft und auch während der Geburt.

 

Wenn ihr mit den Affirmationen arbeitet, so könnt ihr auch darauf achten, ob ganz spontan innere Bilder dazu entstehen. In diese kann man dann mit der Vorstellungskraft ganz hineingehen und sich darauf einlassen, wie das Bild genau aussieht, welche Klänge, Geräusche, Düfte und Gefühle dabei sind.

 

Und natürlich könnt ihr die Affirmation zur Geburt mitnehmen. Vielleicht sogar in physischer Form. Entweder als Ausdruck, Karte oder in einem Bilderrahmen.

 

Wenn euer Geburtspartner sich das vorstellen kann, so ist die Affirmation auch für ihn eine Möglichkeit, um euch während der Geburt zu unterstützen. Ganz einfach, in dem er euch immer wieder an sie erinnert oder sie euch vorsagt und ins Ohr flüstert.

 

Hier gibt es Affirmationen zum Herunterladen, die ich in eine hübsche Form gebracht habe und ausgedruckt werden können: Geburtsaffirmationen

 

Nun bin ich neugierig:

Kennt ihr die Arbeit mit Affirmationen während der Schwangerschaft und der Geburt?

Wie geht es bzw. ging‘ es euch damit?

Teilt doch eure liebsten Affirmationen mit uns in den Kommentaren! Meine LeserInnen freuen sich darüber.

 

Kinderwunsch Hypnose

Unerfüllter Kinderwunsch: Dem Storch mit Hypnose auf die Sprünge helfen

Ein Kind zu bekommen und überhaupt schwanger zu werden ist für zahlreiche Frauen und ihre PartnerInnen keine Selbstverständlichkeit.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine sehr große Belastung sein. Oftmals machen sich betroffene Frauen auf die Suche, um ihre Fruchtbarkeit zu unterstützen und die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis zu erhöhen. Zu den vielfältigen Möglichkeiten zählen unter anderem spezielle Kinderwunsch-Teemischungen, Fruchtbarkeitsmassagen, Homöopathie, Akupunktur und vieles mehr.

Hypnose zur Unterstützung bei einem Kinderwunsch

Eine weitere Möglichkeit, die immer beliebter wird, ist die medizinische Hypnose. Der Blog “Wunderwinzling” hat mich zum Thema Hypnose und Kinderwunsch zum Interview gebeten und mich gefragt, wie die beiden zusammen passen und was man sich darunter so vorstellen kann. Hier geht es zum Artikel “So kann Hypnose dir bei unerfülltem Kinderwunsch helfen”

Wochenbett Geburt Stillen

Wochenbett-Geschichte #1: „Und so soll mein Leben in Zukunft ausschauen?“

„Und so soll meine Leben in Zukunft ausschauen?“ – Diesen Gedanken im Wochenbett zu haben ist gar nicht ungewöhnlich. In Mitten von Hormonen, Tränen, Schlafmangel und schreiendem Baby kann sich ein Moment wie eine Ewigkeit anfühlen.

Geburtsgeschichten werden viele erzählt. Geschichten über das Wochenbett nicht so sehr.

Diese Reihe der Wochenbett-Geschichten soll das ändern. Auch wenn die Geburt und die Vorbereitung darauf in der Schwangerschaft oftmals im Vordergrund steht, verdient auch das Wochenbett Aufmerksamkeit.

Den Auftakt macht die Wochenbett-Geschichte einer jungen Mama, die auf eigenen Wunsch hin gerne anonym bleiben möchte.

Eine Besonderheit ihrer Wochenbett-Geschichte ist die Tatsache, dass sie von Beginn an alleinerziehend ist und vom Vater ihres Babys getrennt ist.

 

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Da mein Baby 2 Wochen nicht mehr gewachsen ist, wurde ich ins Krankenhaus  geschickt und die Geburt wurde eingeleitet. 3 Tage wurde mir ein Gel vaginal gelegt und das 3 mal am Tag. Ich hatte Schmerzen und es schlug mir sehr auf die Psyche. Den 4. Tag bekam ich einen Wehencocktail. Nun bekam ich endlich Wehen und nach 14 1/2 Stunden war mein Baby da. Die Einleitung war der Horror, aber die Geburt an sich wunderschön.

Meine Mutter war bei der Geburt dabei, da ich nicht alleine sein wollte. Mein Freund hat mich kurz vor der Geburt verlassen. Ich hatte viele Sorgen und Ängste, die mir das Leben vor und nach der Schwangerschaft nicht einfach machten.

So – nun war er da mein Sohn und ich betrachtete ihn voller Stolz und konnte es nicht glauben. Ich bekam Ben nachts und kam mit ihm so gegen 6 Uhr aufs Zimmer. Ich war sehr, sehr müde – doch an Schlaf war nicht zu denken. Es wurde Tag und ich bekam Besuch von meiner Familie. Ben war sehr ruhig und schlief nur. Ich wollte ihn stillen, doch irgendwie war mir alles zu viel und ich hätte ununterbrochen heulen können…aber so richtig heulen.

Es wurde Abend und mein Sohn fing schrecklich an zu weinen. Das ging die ganze Nacht so. Ich war fertig mit den Nerven und fühlte mich alleine gelassen mit einem Baby und bekam immer wieder dieses schreckliche Gefühl meinem Baby nicht gerecht werden zu können. Die Nachtschwester war super lieb und redete viel mit mir.

Am nächsten Tag kam wieder Besuch und abends dasselbe Spiel mit dem Weinen… Ich habe wirklich tagelang nicht geschlafen nach der Geburt. Ich fragte mich immer: Und so soll mein Leben in Zukunft aussehen? Ja, ich liebe mein Baby und war wahnsinnig stolz auf ihn, aber ich war einfach körperlich so fertig und auch vom Kopf her!

Jeder erwartete von mir glücklich zu sein und nur Freude auszustrahlen und –  ja ich war glücklich, aber ich wollte den ganzen Tag einfach nur heulen. Bei jedem Stillen und bei jedem Toilettengang fing ich an zu weinen… Nach 3 Tagen durfte ich nach Hause und ich freute mich darüber, aber ich hatte auch Angst. Meine Mutter übernachtete die ersten 5 Tage mit bei mir und half mir mit meinem Sohn. Darüber bin ich ihr heute noch sehr dankbar!

Die erste Nacht mit meinem Kind alleine: Ich hatte große Panik und Angst etwas falsch zu machen. Mein Sohn hatte die Koliken und weinte vor allem abends und nachts sehr viel. Verzweiflung kam in mir hoch. Sobald er dann mal schlief konnte ich nicht schlafen, sondern musste immer weinen… er tat mir leid!

Ich muss sagen, ich hatte drumherum sehr viel privaten Ärger mit dem Papa von meinem Kind. Es setzte mir psychisch sehr zu, aber darüber sprechen, wie es mir wirklich geht konnte ich irgendwie nicht…  

Meine Hebamme kam jeden Tag und schaute nach mir und Ben. Sie hat ihn gewogen und alles andere angeschaut. Mein Sohn entwickelte sich super.

Die ersten Wochen waren sehr schwer für mich. Auf der einen Seite war das Wochenbett das schönste in meinem Leben -so im Nachhinein betrachtet – dieses kleine Wesen aufwachsen zu sehen, mein Fleisch und Blut. Doch auf der anderen Seite war es der reinste Horror durch das Drumherum und meine kaputten Nerven.

Doch heute (Baby ist 6 Monate alt) kann ich von mir sagen: Ich habe all das alleine geschafft und kann wahnsinnig stolz sein! Mein Sohn ist mein ganzer Stolz und macht mich zur glücklichsten Mami der ganzen Welt.

Wir Frauen sind so stark, wenn es um unsere Babys geht! Dennoch sollte man sich mehr mit diesem Thema Wochenbett beschäftigen. Man traut sich so einiges nicht offen anzusprechen in dieser Zeit da man doch schnell verurteilt wird.

Ganz schlimm war es für mich von Freundinnen und Bekannten hören zu müssen, ich verwöhne mein Kind und es weint deshalb so viel und ihre Kinder sind ja so viel lieber und schreien nicht und und und…….

Genau solche Sätze setzen einem psychisch zu und machen eine frisch gebackene Mama runter…. aber Feingefühl kennt leider nicht jeder Mensch und zu diesen Leuten habe ich heute kein Kontakt mehr.

Was mir wirklich sehr zu schaffen gemacht hat, war dieser Druck von der Gesellschaft. Diese Vorschriften, dass mein Baby durchschlafen muss. Ich soll es schreien lassen. Nicht so viel tragen. Ach – da fällt mir gewiss noch mehr ein.

Eine Mama hat von Natur aus einen Instinkt für Ihr Baby/Kind und genauso handhabe ich es nur noch.

Man sollte auf sein Bauchgefühl hören und nicht auf andere. Habe ich das Verlangen mein Baby zu tragen weil es uns beide gut tut, dann mach ich es! Stille ich es alle 5 Minuten, weil es das Einzigste ist was es beruhigt, dann mach ich es!

Wichtig ist auch zu wissen, dass jedes Baby individuell ist und jede Mama Dinge anders handhabt. Dies heißt aber nicht, dass die eine es falsch macht und die andere richtig. Man entscheidet sich für den passenden Weg für sich und sein Kind da gibt es kein Richtig und Falsch.

 

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Fühlst du dich von dieser Wochenbett-Geschichte angesprochen?

Wie war deine Wochenbett-Zeit?

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Deine Geburtserfahrung gehört dir – du bestimmst, wie deine Geburt gewesen ist

 

Liebe Nina,

ich schreibe diese Zeilen heute an dich und stellvertretend an die vielen Mütter da draussen, die ähnliche Gedanken und Gefühle haben, wie du.

Es geht um deine Geburtsgeschichte – um deine Geburtserfahrung.

Mir ist es ein Herzensanliegen diese Wort in die Welt hinauszutragen, denn ich sehe, wie dich deine Geburtsgeschichte und die Auswirkungen beschäftigen.

Du begegnest mir in Facebook-Gruppen und in Internetforen, in Kommentaren unter Blogartikeln, in meinen Gruppen zur Geburtsaufarbeitung und auf der Couch in meiner Hebammen-Ordination.

In deinem tiefsten Inneren weißt du und spürst du, dass dein Geburtserlebnis nicht schön und nicht ok gewesen ist. Im Gegenteil. Du hast eine Erfahrung gemacht, von der du dir vorher nicht einmal vorstellen hast können, das dies möglich ist.

 

Anders als erwartet

Du hast dich so auf dieses Abenteuer der Geburtsreise gefreut. Du hast es kaum erwarten können, dein Baby in den Armen zu halten und es endlich kennenzulernen. Ihm tief in die Augen zu schauen. Du hast dich auf die Geburt vorbereitet, dich eingestimmt und bist voller Zuversicht gewesen.

Und dann ist alles anders gekommen.

Deine Geburt ist nicht so gelaufen, wie du es dir gewünscht hast. Deine Geburtsreise hat einen anderen Weg eingeschlagen und dabei hast du dich im Stich gelassen gefühlt. Von den Personen, die dich eigentlich gut begleiten hätten sollen. Du hast dich hilflos und völlig ausgeliefert gefühlt. Die Ereignisse haben dich überrollt und du hast dich nicht mehr selbstbestimmt und in deiner Kraft gefühlt.

Irgendwie hast du die Geburt geschafft und überstanden.

Diese kostbare Zeit direkt nach der Geburt deines Babys ist dann möglicherweise auch noch “gestört” worden. Diese wichtige Zeit für das Bonding – diesen Bindungsaufbau zwischen deinem Baby und dir. Worüber du in der Schwangerschaft gelesen und gehört hast. Du wolltest diesen Moment besonders genießen. Dieser Augenblick, wenn das Baby auf die nackte Brust der Mama gelegt wird.

Dein Baby ist vielleicht gleich von dir getrennt worden, weil es medizinische Versorgung gebraucht hat. Oder du bist einfach durch die Geburtserfahrung so fertig mit der Welt gewesen, dass du nur froh und erleichtert gewesen bist, dass “es” endlich vorbei war.

Möglicherweise sind diese Augenblicke durch die ganzen Routinemaßnahmen gestört worden: Nähen und Versorgen von Geburtsverletzungen, Saubermachen, Baden und Wiegen deines Babys….

Vielleicht ist es dann im Wochenbett weiter gegangen.

Das Stillen ist dir nicht so leicht gefallen. Du wurdest von der Intensität der ersten Tage überrascht. Du hast dein Baby erst kennenlernen müssen. Zu Beginn hast du nicht gewusst, was es von dir will und braucht. Hilfe hätte dir gut getan, doch du hast sie nicht bekommen. Die Krankenschwester oder die Hebamme auf der Wochenbettstation haben deine Not nicht wahrgenommen. Haben deine Verzweiflung, deine Hilflosigkeit und dein Tränen nicht gesehen. Im Gegenteil. Sie hat dir auch nicht unachtsame Kommentare vor die Füße geworfen.

Rückblickend gesehen denkst du dir, dass dies nur „Kleinigkeiten“ sind. Du liest und hörst von ganz anderen Geburtserfahrungen. Da, wo es um Leben und Tod gegangen ist. Da wo die “ganz schlimmen” Dinge passiert sind.

 

„Meine Geburt war nicht so schlimm, wie die von anderen…“

Du kommst dir blöd dabei vor. Mit deiner Geburtserfahrung, die nach aussen hin eh nicht so dramatisch war. Wo Gott sei Dank alles gut gegangen ist. Dein Baby ist gesund. Du bist gesund.

Du denkst dir, dass du keine Recht hast, über dein Geburtserlebnis traurig zu sein. Andere trifft es viel härter.

Und doch.

Tief in deinem Innersten bleiben die Traurigkeit, die Wut, die Enttäuschung, das Schuldgefühl und das Versagen übrig.

Nicht einmal eine “gute” Geburt hast du geschafft. Wie kann ich dann eine gute Mutter sein, denkst du dir…

 

Nina, deine Geburtsgeschichte gehört ganz alleine dir. Vergleiche nicht, wie deine Geburt von außen betrachtet verlaufen ist mit den Geburten anderer Mütter.

Nur du alleine bestimmst, ob deine Geburtserfahrung belastend und enttäuschend war. Auch wenn es andere – viel “schlimmere” Geschichten gibt.

Niemand kann von aussen sagen, was eine schwierige oder traumatische Geburt ausmacht.

Deine Erfahrungen und deine Emotionen, die mit deiner Geburt verbunden sind, sind echt und wirklich. Vergleiche dich nicht mit den Geburten anderer Mütter.

Trau’ dich, deine Gefühle auszusprechen.

Trau dich zu sagen, dass die Geburt nicht so gewesen ist, wie du es dir gewünscht hast. Sag, dass du traurig und enttäuscht bist.

Deiner Hebamme im Wochenbett. Deinem Partner. Deiner Freundin. Anderen Müttern.

Ich wünsche dir, dass du den für die passenden Weg findest, um dich mit deiner Geburtsgeschichte zu versöhnen und dass du die Hilfe und Unterstützung bekommst, die du brauchst.

 

Erkennst du dich in Nina wieder?

Fühlst du dich von den Zeilen angesprochen?

Berührt dich das Thema? Dann teile diesen Artikel liebend gerne.

 

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken und Erfahrungen hier mit mir und den anderen LeserInnen teilst.

Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Geburtsgeschichte ist es wert erzählt, gehört und gelesen zu werden.

 

geburtstrauma schwierige geburt

Eine belastende Geburt verarbeiten: Wie dir Schreiben dabei helfen kann

 

Vielleicht kennst du das, wenn du eine schwierige oder traumatische Geburt erlebt hast: Du spürst, dass es dir gut tun würde alles zu verarbeiten. Da schwirren dir aber so viele Gedanken an die Geburt durch den Kopf und die Emotionen lassen dich auch nicht zur Ruhe kommen. Wo sollst du bloß anfangen? Und womit?

Sich alles von der Seele schreiben

Eine in Beratung und Therapie bewährte Methode, um ein schwieriges Erlebnis zu verarbeiten ist das Schreiben. Damit kann man immer beginnen, es ist leicht umzusetzen und hilft vielen Frauen ein großes Stück weiter.

In meinem Gastartikel bei Jana auf hebammenblog.de gebe ich dir eine ganz konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung und einen 4-tägigen Schreibplan mit an die Hand!

Hier geht es entlang: Eine schwierige Geburt verarbeiten – So hilft dir das Schreiben deines Geburtsberichtes

Schau’ bei Jana vorbei und schreibe deine Erfahrungen oder deine Frage in die Kommentare!