Eine belastende Geburt verarbeiten: Wie dir Schreiben dabei helfen kann

 

Vielleicht kennst du das, wenn du eine schwierige oder traumatische Geburt erlebt hast: Du spürst, dass es dir gut tun würde alles zu verarbeiten. Da schwirren dir aber so viele Gedanken an die Geburt durch den Kopf und die Emotionen lassen dich auch nicht zur Ruhe kommen. Wo sollst du bloß anfangen? Und womit?

Sich alles von der Seele schreiben

Eine in Beratung und Therapie bewährte Methode, um ein schwieriges Erlebnis zu verarbeiten ist das Schreiben. Damit kann man immer beginnen, es ist leicht umzusetzen und hilft vielen Frauen ein großes Stück weiter.

In meinem Gastartikel bei Jana auf hebammenblog.de gebe ich dir eine ganz konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung und einen 4-tägigen Schreibplan mit an die Hand!

Hier geht es entlang: Eine schwierige Geburt verarbeiten – So hilft dir das Schreiben deines Geburtsberichtes

Schau’ bei Jana vorbei und schreibe deine Erfahrungen oder deine Frage in die Kommentare!

Hypnobirthing: Was es kann und was es nicht kann

 

Ich war bei Bettie auf ihrem Blog „Das frühe Vogerl“ in ihren Elternfragen zu Gast und habe ihr die Frage danach beantwortet:

„Hypnobirthing: Was verbirgt sich dahinter?“

Für alle Skeptiker vorweg: Hypnose wirkt! Das zeigen zahlreiche Studien und Untersuchungen. Mit bildgebenden Verfahren kann man mittlerweile den direkten Nachweis erbringen, dass Hypnose beobachtbare Effekte in bestimmten Gehirnregionen bewirkt.

So ist Hypnose eine anerkannte wissenschaftliche Methode, die in weiten Bereichen der Human- und Zahnmedizin, Beratung und Psychotherapie zum Einsatz kommt.
Die Anwendungsmöglichkeiten in der Schwangerschaft sind vielfältig: Bei Schwangerschaftsübelkeit, Frühgeburtsbestrebungen, zu hohem Blutdruck, zur Bindungsstärkung, bei Schlafstörungen und zur Entspannungsförderung und Stressreduktion.

 

Lies‘ hier weiter: Hypnobirthing: Eine Hebamme erzählt, was sich dahinter verbirgt

Geburtsvorbereitungskurs – Brauchst du einen?

Du bist schwanger?

Es ist dein erstes Kind? Oder dein zweites, drittes, viertes….?

Du möchtest dich “gut” auf die Geburt vorbereiten. Einfach gewappnet sein?

Zwangsläufig wird dir der Gedanke an Geburtsvorbereitung und einen Geburtsvorbereitungskurs kommen.

Noch bist du dir aber unsicher, ob es sinnvoll ist? Ob du einen Geburtsvorbereitungskurs “brauchst”?

Neulich hatte ich eine Klientin in der Beratung. Sie war gerade in der 20. Schwangerschaftswoche mit ihrem ersten Kind und wollte gerne einen Fahrplan für die kommende Zeit haben. Sie war neugierig welche Themen als Nächstes anstehen und worauf sie achten sollte. Da kam auch die Frage nach der Geburtsvorbereitung auf:

Soll sie Geburtsvorbereitung machen?

Wenn ja, welche Art?

Welchen Geburtsvorbereitungskurs?

Vielleicht stehst du auch gerade vor der Entscheidung? Diese Fragen können dir dabei helfen:

 

1. Was sind deine Erwartungen an Geburtsvorbereitung?

Mit welchem Ziel machst du einen Geburtsvorbereitungskurs? Was ist dein Warum? Welche Erfahrungen möchtest du am Ende des Kurses gemacht haben?

Beantworte diese Fragen vor der Entscheidung, ob du Geburtsvorbereitung machst und wenn ja, welche Art von Kurs. So kannst du die passende Art der Vorbereitung finden. Du gehst dann hinterher zufrieden aus dem Kurs hinaus. Nichts ist blöder als Zeit und Geld in Geburtsvorbereitung zu investieren und danach zu merken, dass es dir nichts bis wenig gebracht hat.

2. Welche Inhalte wünschst du dir?

Wenn du mit der vorigen Frage Klarheit in deine Wünsche und Vorstellungen gebracht hast, so kannst du jetzt überlegen, welche Inhalte für dich wichtig sind. Mit dieser Erkenntnis, suchst du dir die Kursart aus und sprichst dann mit der Kursleiterin über deine Vorstellungen. Es ist eine gute Idee, deine Wünsche und Vorstellung schon bei der Buchung des Kurses zu besprechen. So kannst du abklopfen, ob das Angebot zu dir passt und du gibst der Vortragenden Gelegenheit die Inhalte darauf abzustimmen.

3. Das erste Baby? Oder bist du bereits Profi?

Egal, ob es dein erstes Kind ist oder nicht – Geburtsvorbereitung macht in jeder Schwangerschaft Sinn. In der Schwangerschaft mit dem ersten Kind geht es hauptsächlich um die Vorbereitung auf diese vollkommen neue Erfahrung und die Beantwortung der vielen Fragen, die im Kopf umherschwirren.

Wenn du bereits ein oder mehrere Kinder hast, so ist ein Geburtsvorbereitungskurs eine Möglichkeit dein Wissen aufzufrischen, dich erneut einzustimmen und exklusiv Zeit mit deinem Baby im Bauch zu verbringen.

4. Welche Art der Geburtsvorbereitungskurse gibt es?

Du kannst aus unterschiedlichen Kursen wählen und finden, was du brauchst:

  • Klassischer Geburtsvorbereitungskurs
  • Yoga für Schwangere
  • Schwangerschafts-Gymnastik
  • Mentale Geburtsvorbereitung (Positive Birth, Hypnobirthing, Hypnomentale Geburtsvorbereitung, Mindfulness,…)
  • Stillvorbereitungskurs

5. Gruppenkurs, Einzelvorbereitung oder ein Online-Kurs?

Das hängt wieder ganz von deinen Wünschen und auch deiner Lebenssituation ab. Bist du zeitlich und örtlich nicht flexibel, so kommt ein Online-Geburtsvorbereitungskurs für dich in Frage.

Häh? Online? Ein Geburtsvorbereitungskurs?

Ich finde diese Konzept sehr spannend und sehe einige Vorteile:

Du bist zeitlich und örtlich unabhängig und kannst die Inhalte in deinem Tempo durcharbeiten. Meine Kollegin Olivia von Hebammenwissen arbeitet hier gerade fleißig an ihrem Online-Geburtsvorbereitungskurs.

Wenn du zeitlich eingeschränkt bist, weil du z.B. beruflich eingespannt bist, macht eine Einzel-Geburtsvorbereitung Sinn. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass deine Hebamme bzw. Kursleiterin ganz gezielt auf deine Bedürfnisse (Ängste oder schwierige Geburtserlebnisse) eingehen kann und dir eine maßgeschneiderte Vorbereitung bietet.

Ein Gruppenkurs wiederum ist eine Gelegenheit, sich mit anderen Schwangeren auszutauschen und vernetzen.

6. Wann ist der beste Zeitpunkt, um loszulegen?

Die perfekte Zeit zum Starten gibt es nicht. Mit klassischen Geburtsvorbereitungskursen beginnt man meistens um die 30. SSW herum. Das ist in der Regel genug Zeit, um die wichtigsten Infos zum Geburtsvorgang zu bekommen.

Anders sieht es bei Kursen wie Schwangerschaftsyoga, Schwangerschaftsgymnastik und Kursen mit Schwerpunkt auf mentalem Training (Geburtsvorbereitung mit Hypnose, Hypnobirthing, usw.) aus. Hier ist es absolut sinnvoll so früh, wie es in deinen Alltag passt, zu beginnen. Wenn es um mentale Geburtsvorbereitung geht bringt es dir einen Vorteil, wenn du viel Zeit für das Üben und Umsetzen der Techniken hast. Das gilt auch für Yoga und Schwangerengymnastik. Du profitierst schon früh vor der Geburt von den positiven Effekten.

7. Mit Partner oder solo?

Auch hier gilt: Es gibt kein besser oder schlechter. Es gibt Kurse, die als Partnerkurse geführt werden, Kurse im Kreise der Schwangeren und die Kombination aus Frauenkurs mit einem Partnerteil.

Horch in dich hinein. Was möchtest du als Schwangere? Was möchtet ihr als Paar?

8. Crashkurs oder ein fortlaufender Kurs?

Die liebe Zeit. Davon haben wir alle gefühlt zu wenig oder?

Ein Wochenend- oder Tageskurs bietet dir den Vorteil, dass du deine Zeit geblockt und komprimiert investierst. Vielen Paaren kommt das entgegen. Partner und Ehemänner sind mit ihrer Arbeit eingespannt und können sich einen Abend pro Woche über eine längeren Zeitraum oft schwer freihalten.

Das trifft auch auf das Organisieren eines Babysitters für ein Geschwisterkind zu. Der Vorteil eines fortlaufenden Kurses ist, dass sich die Dynamik innerhalb der Gruppe entwickeln kann und die Teilnehmer zusammengeschweißt werden. In Geburtsvorbereitungskursen entstehen schon mal Freundschaften, die über lange Zeit bestehen.

Wenn du dich mental (Hypnobirthing) auf die Geburt vorbereiten möchtest, ist es auch hier sinnvoll, einen Kurs zu buchen, der dich im Trainingsprozess begleitet.

 

Was bringt dir Geburtsvorbereitung?

Geburtsvorbereitung steigert deine “Selbstwirksamkeit” in Bezug auf die Geburtserfahrung deutlich. Selbstwirksamkeit steht für deine innere Überzeugung, die Geburt und einen guten Start ins Leben mit deinem Baby zu schaffen.

Durch das Wissen darüber, wie der Geburtsprozess optimal verläuft und welche Faktoren dafür wichtig sind, kannst du dich aktiv und informiert an Entscheidungen beteiligen. Frauen, die informierte Entscheidungen rund um Geburt treffen, gehen aus der Geburtserfahrung mit einer größeren Zufriedenheit und einem geringeren Risiko für eine Postpartale Depression und einem Geburtstrauma heraus.

 

Fazit

 

Von mir gibt es ein klares JA zur Geburtsvorbereitung. Ich empfehle dir, dass du dir Gedanken darüber machst, welche Kursart zu deinen Bedürfnissen und Wünschen passt. Und dann: Viel Spaß dabei und eine schöne Einstimmung und Vorbereitung auf deine Geburtsreise!

 

P.S.: Meine Klientin hat sich dafür entschieden einen Yoga-Kurs für Schwangere zu besuchen und mit ihrem Partnern zusammen einen Intensiv-Kurs für Paare zu machen.

 

Wie sind deine Erfahrungen mit Geburtsvorbereitungskursen?

Was hast dir gefallen? Was nicht?

Bist du noch auf der Suche nach der passenden Geburtsvorbereitung?

Fragen, Wünsche, Beschwerden? In den Kommentaren ist Platz dafür!

 

Eine Wochenbettdepression erkennen: EPDS-Fragebogen

 

Die emotionale Achterbahnfahrt in den ersten Tagen der Geburt ist ein normaler Anpassungsprozess. An die veränderte hormonelle Situation, an das neue Leben und die neue Rolle, in die man erst hineinwachsen muss.  Überhaupt – ist ja alles anders, als zuvor.

Da verwundert es nicht, wenn eine frischgebackene Mama hin- und hergerissen ist zwischen Verzweiflung und Traurigkeit auf der einen Seite und Glück und Freude auf der anderen Seite. Mehr als jede zweite Mutter geht nach der Geburt ihres Kindes durch die Baby-Blues-Tage.

 

Babyblues oder doch Wochenbettdepression?

Doch wo verläuft die Grenze zu einer Wochenbettdepression (Postpartale Depression PPD)? Wie lange dürfen die Heultage dauern? Wie erkennt man eine Wochenbettdepression?

Eine einfache Möglichkeit ist die “ EPDS – Edinburgh Postnatal Depression Scale”, ein Selbstbeurteilungsfragebogen den die Mutter ausfüllt. Anhand der erreichten Gesamtpunktezahl lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer PPD abschätzen. Wichtig: dieser Fragebogen ist kein Diagnose-Verfahren.

 

Bist du dir unsicher, ob du dich gerade auf dem Weg in eine PPD befindest oder schon mittendrin steckst?

Hast du das Gefühl, dass es deiner Freundin nach der Geburt nicht gut geht?

Oder bist du als Vater über den Gemütszustand deiner Frau/Partnerin im Wochenbett besorgt?

 

Die Edinburgh Postnatal Depression Scale EPDS

 

Hier steht der Fragebogen zum Download bereit.

Dieser kann zu jedem Zeitpunkt nach der Geburt ausgefüllt werden. Eine hohe Punktezahl in der ersten Woche nach der Geburt deutet auf einen Baby-Blues hin. Dieser kann in eine Wochenbettdepression übergehen.

Es empfiehlt sich den EPDS-Fragebogen auch 6-8 Wochen nach der Geburt, nach 12 Wochen und nach einem Jahr zu wiederholen. Generell sollen zwischen der Wiederholung zumindest 14 Tage liegen.

Der EPDS-Fragebogen wurde zwar für die Zeit nach der Geburt entwickelt, er wurde jedoch auch für die Schwangerschaft validiert und kann dementsprechend auch vor der Geburt verwendet werden.

Allgemein gesprochen ist die Edinburgh Postnatal Depression Scale EPDS ein sehr verlässliches und gut untersuchtes Screening-Tool.

 

Was ist der nächste Schritt?

Ab einem Wert von 13 Punkten deutet die aktuelle Gemütslage mit einer großen Wahrscheinlichkeit (60-100%) auf eine Wochenbettdepression hin.

Mögliche Ansprechpartner sind:

  • Hebammen
  • FrauenärztInnen
  • FachärztInnen für Psychiatrie
  • PsychologInnen
  • Psychosoziale Beratungsstellen in deiner Umgebung
  • Psychiatrische Ambulanzen
  • Initiativen zum Thema (Bsp.: Schatten & Licht e.V.)

 

Fazit

Eine Wochenbettdepression betrifft zwischen 15 und 20% aller Mütter nach der Geburt und tritt somit relativ gesehen häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung einer PPD ist wichtig und nötig, damit betroffene Mütter die adäquate Unterstützung und Behandlung bekommen. Generell ist zu betonen, dass eine Postpartale Depression gut zu behandeln und die Heilungschancen sehr groß sind.

Wichtig ist das nahe Umfeld mit einzubeziehen. Teile dich deinem Partner und den Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung mit!

 

Jetzt bist du dran!

Wenn du die Sorge hast, dass eine PPD Thema ist, dann füll‘ den Fragebogen aus.

Hast du Fragen zu diesem Befindlichkeitsfragebogen?

Möchtest du etwas zum Thema Postpartale Depression wissen?

Ich freue mich über jeden Kommentar.

 

Literatur

Bergant et al. „Deutschsprachige Fassung und Validierung der „Edingburgh Postnatal Depression Scale““, DWM 1998, 123 Jg., Nr. 3, S. 39.

Bund Deutscher Hebammen. (2007). Psychologie und Psychopathologie für Hebammen. Die Betreuung von Frauen mit psychischen Problemen. Stuttgart: Hippokrates.

Edinburgh Postnatal Depression Scale (JL Cox, JM Holden, R Sagovsky, 1987)

Rohde, A. (2004). Rund um die Geburt eines Kindes: Depressionen, Ängste und andere psychische Probleme. Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und ihr soziales Umfeld. Stuttgart: Kohlhammer.

 

 

 

Deine Audio-Anleitung zur Visualisierung „Der Herzensfaden“

Vielleicht hast du gerade meinen Artikel zur Verarbeitung von belastenden Erlebnissen rund um Schwangerschaft und Geburt gelesen und fragst dich, wie du die Übung zum Herzensfaden genau machen sollst? Oder du bist auf der Suche nach einer Möglichkeit die Bindung zu deinem Kind zu intensivieren? Möglicherweise sehnst du dich gerade danach ein Kind zu bekommen und möchtest dich jetzt darauf einstimmen?

Egal, in welcher Situation du gerade bist, kannst du die Imaginationsübung “Der Herzensfaden” machen. Um dir dabei zu helfen, habe ich dir die Anleitung als Audio aufgenommen. Mach es dir gemütlich und schau, dass du einige Minuten Ruhe hast und schalte dein Handy aus. Schon kann es losgehen!

 

Dein Herzensfaden:

 

 

 

Verwendungsmöglichkeiten des Herzensfadens

Hier nochmal die verschiedenen Situationen, in denen mit dem Herzensfaden gearbeitet werden kann:

  • wenn du dir ein Baby wünschst
  • in der Schwangerschaft zur Kontaktaufnahme mit deinem Baby
  • um während der Geburt in Verbindung zu sein mit deinem Kind
  • nach einer schwierigen Geburt
  • wenn dein Baby nicht bei dir sein kann
  • wenn dein Kind ein Sternenkind ist

 

Wie oft kannst du den Herzensfaden imaginieren?

Du kannst diese Übung generell so oft machen, wie du magst. Es bleibt dir auch überlassen, ob du den Herzensfaden dann weiter mit Hilfe der Audio-Datei übst oder ganz alleine. Du kannst die Übung auch mal zwischendurch machen, wenn du dazu Gelegenheit hast. Allgemein empfehle ich es gerne, sich eine bestimmte Zeit am Tag zu nehmen und es sich besonders gemütlich zu machen. Wenn du so ein Ritual daraus machst und dich ganz bewusst einstimmst, dann verstärkt sich die Wirkung.

Am Beginn dieser Visualisierung kannst du gerne die Technik der Entspannungsatmung machen. Dadurch gelangst du automatisch in einen entspannten Zustand.

 

Wenn du magst, kannst du dir die Audio-Datei herunterladen. So hast du sie gleich auf deinem Handy oder MP3-Player gespeichert:

 

Jetzt bist du dran!

Wie gefällt dir die Übung? Möchtest du vielleicht noch mehr Anleitungen von mir?

Wie ist es dir mit der inneren Vorstellung und Imagination gegangen?

Hast du eine Frage?

Schreib’ mir einen Kommentar!

 

 

Literatur: Messner, B. (2013). Emotionale Narben aus Schwangerschaft und Geburt auflösen: Mutter-Kind-Bindungen heilen oder unterstützen – in jedem Alter. Eigenverlag.

Fluidscape Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt: Die 8 besten Tipps zur Vorbereitung

Die Geburtenstatistik spricht eine deutliche Sprache. Die Rate an Kaiserschnitten steigt beinahe jährlich an.

Die WHO sagt nach wie vor, dass die Rate an medizinisch wirklich notwendigen Kaiserschnitten bei 10 bis 15% anzusiedeln ist. Davon sind wir im deutschsprachigen Raum weit entfernt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt die Kaiserschnittrate jeweils um die 30%. Beinahe jedes dritte Kind kommt durch eine Kaiserschnittgeburt zur Welt.

Als Folge der hohen Kaiserschnittrate steigt die Zahl der Frauen, die sich nach einem Kaiserschnitt eine natürliche Geburt wünschen.

 

Dein Wunsch nach einer natürlichen Geburt nach einem Kaiserschnitt:

Hattest Du einen Kaiserschnitt und wünschst dir für eine nächste Geburt, dass du dein Kind “spontan” zur Welt bringst?

Bist du vielleicht gerade schwanger und bereitest dich auf eine vaginale Geburt nach einem Kaiserschnitt (VBAC) vor?

Möchtest Du sehr gerne die Erfahrung einer natürlichen Geburt haben?

Du wünschst dir, dass du die Chance auf eine spontane Geburt bekommst?

Das Gefühl einer selbstbestimmten Geburt?

Aus eigener Kraft dein Kind gebären?

Möchtest du dich auf die nächste Geburt besonders gut und gründlich vorbereiten?

 

Dann bist du hier richtig!

Mit diesem Artikel zeige ich dir das Geheimnis einer gelungenen Geburt nach einem vorangegangenen Kaiserschnitt  und gebe dir die besten Tipps für eine optimale Vorbereitung auf deine VBAC mit.

 

1. Einmal ein Kaiserschnitt – immer ein Kaiserschnitt? Besorge dir die richtigen Infos!

Diesen Satz hast du sicher schon einmal gehört? Gerade um dieses Thema herum gibt es Fehlinformationen. Falsche Informationen können Dich verunsichern in deinem Wunsch nach einer Spontangeburt nach Kaiserschnitt.

Du wirst mit Fragen konfrontiert nach

  • Häufigkeit eines Gebärmutterrisses
  • Kontraindikationen für eine VBAC (uterine Schnittführung)
  • Anwendung einer PDA
  • Sicherheit einer Geburtseinleitung
  • Möglichkeit einer Steißgeburt nach einem Kaiserschnitt
  • Risiko einer Zwillingsgeburt nach einem Kaiserschnitt

 

Informiere dich. Lies. Sauge alle verfügbaren Fakten auf. Bekomme einen Überblick über Risiken, Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten!

Die wissenschaftlich korrekten Informationen befähigen dich dazu, eine “informierte Entscheidung” zu treffen. Eine Entscheidung, die dich in deiner Selbstbestimmung und deinem Vertrauen in deine Kompetenzen stärkt. Das bringt dir Sicherheit und nimmt Ängste und Sorgen.

Mit den richtigen Informationen und Statistiken kannst du deinen Wunsch anderen gegenüber untermauern. Wirst du mit Skepsis gegenüber deinem Wunsch konfrontiert?

 

Das Buch schlechthin im deutschsprachigen Raum ist “Meine Wunschgeburt” von Ute Taschner und Kathrin Scheck. Darin findest du alle wichtigen Fakten, um dich optimal auf deine Spontangeburt nach Kaiserschnitt vorzubereiten. Die beiden Autorinnen widmen sich unter anderem den Fragen:

“Wann ist eine natürliche Geburt nach Kaiserschnitt möglich?”

“Mögliche Komplikationen und Gefahren?”

“Erfolgschancen und Rahmenbedingungen?”

 

Ute Taschner ist als Ärztin genau in der Situation gewesen, in der du gerade bist. Nachdem ihre beiden ersten Kinder per Sectio geboren wurden, kamen sowohl ihr drittes als auch ihr viertes Kind auf natürlichem Wege zur Welt. Auf ihrem Blog veröffentlicht Ute in regelmäßigen Abständen Neuigkeiten aus der Forschung, Geburtsberichte von Geburten nach einem oder mehreren Kaiserschnitten und Interviews mit Experten: Geburt nach Kaiserschnitt

 

Caroline Oblasser, Ulrike Ebner und Gudrun Wesp haben sich dem Thema Kaiserschnitt auf einer allgemeineren Eben genähert. In ihrem Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht” kommen sowohl Kaiserschnittmütter und GeburtshelferInnen mit ihren jeweiligen Erfahrung zu Wort. Sich mit den unterschiedlichen Blickwinkeln auseinanderzusetzen kann dir auf deinem Weg zu einer natürlichen Geburt nach Kaiserschnitt hilfreich sein. Auseinandersetzen mit dem was war und mit dem was wieder sein kann.

Diese Internetseiten widmen sich ganz dem Thema VBAC und bieten dir eine Fülle an Informationen:

bauchgeburt.de

Kaiserschnitt Netzwerk

Geburt nach Kaiserschnitt

VBAC Facts

Childbirth Connection

http://www.vbac.com

ICAN – International Cesarean Awareness Network

 

Ein weiterer Baustein in deiner Informationsbeschaffung ist dein Geburtsbericht. Eine Kopie deiner Krankenakte bzw. deines Geburtsberichtes muss dir das Krankenhaus, in dem der Kaiserschnitt stattgefunden hat, übergeben.

Ich kann es dir sehr ans Herz legen, dir deine Unterlagen zusammen mit deiner Hebamme anzuschauen. Du kannst herausfinden, welche Faktoren oder Umstände vielleicht dazu beigetragen haben, dass du einen Kaiserschnitt gehabt hast. Diese Informationen kannst du nutzen, um für die nächste Geburt bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und Routineabläufe und -interventionen kritisch zu hinterfragen.

 

2. Alte Wunden können heilen: Versöhne dich mit deiner Kaiserschnittgeburt!

Wie geht es dir mit dem Gedanken an die Kaiserschnittgeburt?

Ist es ein Ereignis mit dem du dich schon angefreundet hast und es einfach als einen Teil deiner Lebensgeschichte betrachten kannst?

Nein? Dann kannst du die Zeit jetzt nutzen und dich an die Verarbeitung machen. Es gibt wirklich viele tolle Möglichkeiten, um das zu tun!

Fragst du dich gerade warum verarbeiten?

Negative und belastende Erlebnisse hinterlassen Spuren. Sie können mit uns, auch wenn sie vergangen und erledigt sind, im Hier und Jetzt etwas machen. Sei es vielleichte eine große Angst, die da noch ist und blockieren kann. Im ungünstigsten Fall gibt es implizite Erinnerungen an das Ereignis, welche im Wachbewusstsein dem Großhirn (Neocortex) nicht zugänglich sind. Wenn diese unverarbeiteten Erinnerungsteile auf “Trigger” stoßen, dann kann es passieren, dass man sowohl körperlich als auch emotional in negative Zustände geworfen wird, die ursächlich mit dem schwierigen Geburtserlebnis zu tun haben.

Hier habe ich zu Möglichkeiten geschrieben, wie du deinen Kaiserschnitt verarbeiten und integrieren kannst: Wie du eine schwierige Geburt verarbeiten kannst

Neben den Werkzeugen, die ich dir in diesem Artikel zeige, sind traumatherapeutische Techniken sehr effektiv. In kurzer Zeit und mit nur wenigen Sitzungen ist es möglich, das negative Erlebnis Kaiserschnitt so in deine Lebensgeschichte zu integrieren, dass es im Hier und Jetzt nichts mehr mit dir macht. Zu diesen Methoden zählt beispielsweise EMDR und EMI Eye Movement Integration:

EMDR Institut Austria

EMDR Netzwerk Österreich

EMDRIA Deutschland

EMDR Institut Deutschland

EMDR Schweiz

EMDR Institut Schweiz

EMI Eye Movement Integration (TherapeutInnenverzeichnis für D-A-CH)

 

3. Such dir die optimale Gebärumgebung!

Ein wichtiger Faktor, wenn es um deine geplante Spontangeburt nach Kaiserschnitt geht. Du kannst zwischen Krankenhaus, Belegklinik, Geburtshaus und Hausgeburt wählen. Dir stehen auch nach einem Kaiserschnitt alle Optionen offen.

Wie entscheidest du jetzt, wohin du zur Geburt gehst? Zum einen schau was dein Bauchgefühl sagt. Eine Geburtsumgebung, in der du dich wohl und sicher fühlst fördert den Geburtsprozess.

Zum anderen erkundige dich nach der Statistik. Frage danach, wie viele Frauen die Chance bekommen eine Spontangeburt zu versuchen? Wie hoch ist die Rate an gelungenen VBACs? Wie schaut es mit der Möglichkeit nach einer PDA aus? Wann wird eingeleitet und mit welchen Methoden?

Eine motivierende Begleitung unterstützt dich und auch deinen Partner ungemein!

 

4. Deine VBAC beginnt in deinem Kopf: Schaffe dir das optimale Mindset!

Mindset?

Damit meine ich deine Vorstellungen, inneren Bilder und Glaubenssätze. Geburt berührt auf tiefen Ebenen. Es geht um die Vorstellung bzw. Erwartung an sich selbst im Hinblick auf das Frau-Sein…auf die Gebär”fähigkeit”. Es geht oft um Themen des eigenen Selbstwertes, des Leistungsanspruchs, Scham und auch Schuld.

Geh einen Moment in dich hinein. Schau einmal, welche Bilder, Vorstellungen und Glaubenssätze auftauchen, wenn du an Geburt denkst?

Welche Geschichten habe ich in meiner Kindheit bekommen, wenn es um Gebären geht?

Wie schaut es jetzt aus nachdem du eine Kaiserschnittgeburt hattest? Gibt es da Gefühle oder Gedanken, von denen du dir vorstellen kannst, dass sie dich in der Vorbereitung auf deine VBAC “einschränken”?

Hast du sehr große Angst vor einem erneuten Kaiserschnitt? Vor dem “Scheitern”? Willst du um jeden Preis eine natürliche Geburt? Ich schreibe das wirklich absichtlich so provokant. Vielleicht tauchen genau da Punkte auf, die dir bis jetzt so nicht bewusst waren und wo es sich auszahlt genauer hinzuschauen.

Hört sich gut an? Mit den Altlasten aufzuräumen und Platz für neue, positive Erfahrungen zu schaffen? Spätestens jetzt fragst du dich sicher: “Aber WIE?”

Hypnose zur Geburtsvorbereitung, also das Erlernen von Selbsthypnose und die Arbeit mit inneren Bildern (Imagination)  in hypnotischen Trancezuständen ist eine feine Sache. Du lernst, dich ganz gezielt selbst in einen fokussierten Entspannungszustand zu bringen. Mit Hilfe der Trancetechniken arbeitest du an wichtigen Themen, wie beispielsweise Ängsten.

Neben Hypnobirthing arbeite ich sehr gerne mit Achtsamkeit bzw. Mindfulness. Das Training mit Achtsamkeitselementen bietet dir die Chance, dass du – egal wie deine geplante VBAC ausgeht – mit einem positiven Gefühl rausgehen kannst. Zum optimalen Mindset gehört es (für mich) auch dazu, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass es doch wieder ein Kaiserschnitt sein kann. Aus welchen Gründen auch immer.

Du kannst mit dir und der Geburt zufrieden sein, zurückblicken und sagen: “Ja, es ist so.”

 

Zur positiven Einstimmung und zur Arbeit an deinem Mindset lege ich dir diese Bücher ans Herz:

Autogene Geburt (Tatje Bartig-Prang)

Der achtsame Weg durch Schwangerschaft und Geburt (Nancy Bardacke)

Positive Birth (Jasmin Nerici)

Die selbstbestimmte Geburt  (Ina May Gaskin)

Childbirth without Fear (Grantly Dick-Read)

Gebären ohne Aberglaube (Alfred Rockenschaub)

Geburt und Stillen: Über die Natur elementarer Erfahrungen (Michel Odent)

 

5. Körper und Seele sind eine Einheit: Arbeite mit deinem Körper!

Dein Körper und dein Geist bzw. deine Seele sind untrennbar miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Emotionen und Gefühle haben ihre direkte Wirkung auf deinen körperlichen Zustand.

Kennst du das, wenn du eine Präsentation machen musst oder vor vielen Menschen sprechen sollst und sich dein Lampenfieber oder deine Angst sofort auf körperlichen Ebene zeigt? Dein Herz fängt wie wild zum Pochen an. Du beginnst zu zittern und es schnürt dir förmlich die Kehle zu? Und vielleicht beginnen deine Hände noch zu schwitzen?

Die guten Neuigkeiten: Das ist keine Einbahnstraße. Du kannst über direkte “Arbeit” mit deinem Körper deine Emotionen und deinen “Gemütszustand” beeinflussen. So hat man herausgefunden, dass beispielsweise bestimmte Körperhaltungen Auswirkungen auf die Ausschüttung bestimmter Hormone hat! Amy Cuddy: Ihre Körperhaltung beeinflusst, wer Sie sind.

Yoga, Spazieren und Wandern, Massagen, Shiatsu und Tanzen sind Werkzeuge mit deren Hilfe du ganz in deinem Körper präsent bist und deine Emotionen und Gefühle positiv beeinflusst.

 

6. Das Dream-Team: Hole deinen Partner mit an Bord!

Wie geht es deinem Partner mit dem Gedanken an eine natürliche Geburt nach dem vorangegangenen Kaiserschnitt?

Sollte dein Partner Bedenken haben und sich Sorgen um das Wohlergehen deines Babys und dir machen, dann braucht er vielleicht einfach auch weitere Informationen. Fakten dazu, wie häufig ein Gebärmutterriss nach einem Kaiserschnitt passiert. Welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit einer gelungenen Spontangeburt erhöhen. Frage deinen Mann bzw. deinen Freund, ob er Fragen hat und worüber er sich vielleicht Sorgen macht.

Vielleicht habt ihr ja Lust mit eurer Hebamme zu sprechen. Die Meinung einer Fachperson zu hören, kann oftmals sehr hilfreich sein und Sicherheit vermitteln.

 

7. Du bist nicht alleine: Tausche dich mit anderen Frauen aus!

Es kann sein, dass Frauen die eine Kaiserschnittgeburt hatten und darüber traurig und enttäuscht sind, in ihrer unmittelbaren Umgebung wenig bis gar kein Verständnis bekommen. Leider stehen der Partner oder die Angehörigen nicht immer hinter dem Wunsch nach einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt.

Wenn es dir so geht, dann kennst du vielleicht Aussagen wie: “Sei doch froh, dass du ein gesundes Kind hast” oder “ Das ist doch zu viel gefährlich. Willst du dein Baby und dich gefährden?”

In diesen Facebook-Gruppen und Internetforen findest du Frauen, die mit dir im gleichen Boot sitzen. In einer Gemeinschaft mit Menschen zu sein, die gerade den gleichen Weg gehen, ist sehr stärkend und motivierend. Abgesehen davon, dass der Austausch gut tut, findest du in diesen Gruppen viele Informationen:

 

Natürlich und selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt – VBAC

VBAC Germany – Gruppe

VBAC Success Stories

VBAC and Birth after Cesarean Facts – Evidence Based Support

Eltern.de Forum Kaiserschnitt

Rund ums Baby.de Forum Kaiserschnitt

Das Kaiserschnitt – Netzwerk Onlineforum

 

8. Eine weitere Hauptrolle: Dein Baby!

Deinen wichtigsten Partner für deine Geburtsreise habe ich noch gar nicht erwähnt: dein Baby!

Es ist dein Verbündeter für deinen Wunsch nach einer natürlichen Geburt. Die pränatale Psychologie beschäftigt sich schon einigen Jahren mit der Frage, wie bewusst Babys die Zeit der Schwangerschaft erleben. Aus zahlreichen Erfahrungen weiß man, dass dies schon ab einem sehr frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft beginnt.

Widme dich ganz bewusst deinem Baby. Gehe in intensiven Kontakt und stärke eure Bindung und erzähle deinem Baby von den Dingen, die dich beschäftigen.

Berichte ihm davon, wie du dir die Geburt vorstellst!

Eine meiner Lieblingsübungen dazu ist der Herzensfaden. Hier habe ich schon mal darüber berichtet. Mach es dir zu einem täglichen Ritual diese Übung zu machen!

 

Aus der Praxis: Die besten Experten-Tipps für dich!

Was sagen andere Experten, die sich in ihrer täglichen Arbeit genau mit der Frage nach der besten Vorbereitung auf eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt beschäftigen und Frauen begleiten? Ich habe mich für dich umgehört:

 

Judith Raunig

“Aus psychotraumatologischer Sicht ist es extrem wichtig und hilfreich, die erste Geburt gut verarbeitet zu haben, sofern diese belastend gewesen ist.  Denn auch wenn es der „Kopf“ schafft, die erste Geburt weg zu schieben, der Körper erinnert sich immer- und das spätestens während der Geburt.

Ein aufgelöstes erstes Geburtserlebnis macht also nicht nur den Kopf frei für alles was kommt, sondern gibt auch dem Körper die Chance frei und unbeschwert in die Folgegeburt zu gehen und in dieser auf sein Potential zurückgreifen zu können.

Ja, und der zweite Tipp wäre die gute, überlegte Wahl des Ortes und der Begleitung- denn ich kann noch so viel an mir gearbeitet haben, wenn ich in ein Haus mit 60% Sectiorate gehe (oder mit einem Geburtshelfer, der Pro-Sectio eingestellt ist), wird es wahrscheinlich schwer werden mit der VBAC.”

Judith Raunig ist Klinische- und Gesundheitspsychologin. Sie ist spezialisiert auf die Behandlung von Frauen und Paaren nach traumatischen Geburten. Zusammen mit Mirjam Unger entstand der Film “Meine Narbe”.

Du findest Judith auf ihrer Website “Nach dem Kaiserschnitt

 

Ute Taschner

“In Deutschland bekommen 74% aller Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, einen nächsten Kaiserschnitt. Eine sehr hohe Zahl auch im europäischen Vergleich. Aber die Mütter in Deutschland sind natürlich nicht kränker oder haben mehr Risiken, als in anderen Ländern. Häufig spielen nichtmedizinsche Gründe (bessere Planbarkeit, das Gefühl von mehr Sicherheit durch einen Kaiserschnitt, viel zu hoch eingeschätzte Risiken und der Wunsch der Ärzte nach rechtlicher Absicherung) eine große Rolle bei der Indikationsstellung. (Das schreibst Du vielleicht selbst im Artikel, oder?)

Das bedeutet, wenn ich nach einem Kaiserschnitt eine natürliche Geburt wünsche, dann muss ich mich vorbereiten. Ich muss so viele Informationen sammeln, Bücher verschlingen und Artikel lesen, wie möglich. Nur wenn ich wirklich gut informiert bin, kann ich auch informiert entscheiden. Nur dann weiß ich z.B. dass das Risiko für eine echte Ruptur bei nur 0,2% liegt, also bei 2 von 1000 Müttern mit Kaiserschnitt in der Vorgeschichte.

Ich sollte weiterhin den Grund des Kaiserschnittes bei der vorherigen Geburt genau kennen und die Abläufe, die dazu geführt haben auch. Nur so kann ich einen ähnlichen Verlauf beim nächsten Mal hoffentlich vermeiden. Zudem halte ich persönlich es für ganz wichtig, die zurückliegende Geburt wirklich verarbeitet und mich mit möglichen Ängsten beschäftigt zu haben. Ganz wichtig ist es außerdem, den Ort der Geburt und meine Begleiter sorgfältig auszuwählen. Während der Geburt sollten medizinische Eingriffe mit sehr großer Vorsicht oder am besten gar nicht erfolgen um keine Interventionskaskade in Gang zu setzen.

Und wenn ich all das getan habe, dann muss ich irgendwann auch loslassen können und die nächste Geburt so annehmen, wie sie nunmal ist. Denn eine Geburt kann man nicht steuern. Man kann nur die bestmöglichen Voraussetzungen für das Gelingen schaffen.”

Du findest Ute Taschner auf ihrem Blog Geburt-nach-Kaiserschnitt

 

Olivia Heiss

„Betreibe Ursachenforschung:  Warum kam es damals zu dem Kaiserschnitt und würde sich dieser Grund bei einer neuen Geburt eventuell beheben lassen und wenn ja wie?

Folgende Fragen kannst du dir dabei stellen:

War es ein Wunschkaiserschnitt?

Lag es „am Kind“ z.B. schlechte Herztöne?

Oder an einem sog. „Geburtsstillstand“ ?

Wie war die Betreuung während der Geburt? Hatte das Personal Zeit für dich und wurden alle Möglichkeiten, um die spontane Geburt zu fördern, vor dem Kaiserschnitt ausgeschöpft?

Suche dir für die bevorstehende Geburt eine gute Begleitung: Nicht alle stehen einer VBAC gleich offen gegenüber und bringen entsprechende Erfahrung mit. Spreche mit deiner Geburtsklinik oder Hebamme der Wahl im Vorfeld über deinen Wunsch und wie diese dich darin unterstützen können: Wird ein natürlicher Geburtsbeginn abgewartet und ist eine engmaschige Begleitung während der Geburt gewährleistet? Wird so wenig wie möglich in den natürlichen Geburtsverlauf eingegriffen (insbesondere Verzicht auf die Gabe von Wehenmitteln?) Zögere nicht, wenn möglich auch noch eine zweite oder dritte Klinik aufzusuchen, wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht für dich passt.“

Olivia Heiss ist Hebamme und schreibt auf ihrem Blog Hebammenwissen zu vielfältigen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und der Babyzeit.

 

Fazit

Du siehst, du kannst ganz schön viel tun, in deinem Wunsch nach einer selbstbestimmten Geburt nach einem Kaiserschnitt:

  • Informationen
  • Verarbeitung der Kaiserschnittgeburt
  • Wahl des optimalen Geburtsortes
  • Mindest
  • Arbeit mit dem Körper
  • Geburtspartner
  • Austausch mit anderen Frauen
  • Kontakt zu deinem Baby

 

Für mich besteht das Geheimnis einer gelungenen, erfolgreichen Geburt nach einem Kaiserschnitt nicht darin, ob die Geburt nun ein erneuter Kaiserschnitt oder eine vaginale Geburt ist.

Ich denke es geht darum, dass du hinterher mit dir zufrieden sein kann. Es geht darum, dass du mit dem Gefühl alles in deiner Macht stehende getan zu haben auf die Geburt zurückblicken kannst.

Es geht darum, dass du einen informierten und selbstbestimmten Weg in Richtung deiner VBAC gehst.

Wenn es um den Geburtsprozess geht, dann wird es immer einen Teil oder Bereich geben, der von uns nicht kontrolliert oder bestimmt werden kann. Trotz der besten und gründlichsten Vorbereitung und der idealsten Bedingungen, die man sich nur vorstellen kann.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine Geburt, mit der du zufrieden sein kannst!

 

Jetzt bist du dran!

Wie hast du dich auf deine Geburt nach dem Kaiserschnitt vorbereitet?

Hast du noch einen Geheimtipp auf Lager, den du gerne teilen möchtest?

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Titelbild: Birth Becomes Her